4. November 2022 / Allgemeines

Betrüger nutzen Energiekrise aus

Stadtwerke warnen vor Telefon- und Haustür-Geschäften

In den vergangenen Monaten häufen sich die Fälle, in denen Betrüger völlig überteuerte Strom- und Gasverträge am Telefon vertreiben. Die Personen geben an, mit den Stadtwerken Bielefeld zusammenzuarbeiten und behaupten zum Beispiel günstigere Energieverträge anbieten zu können. Immer häufiger nutzen sie auch die aktuelle Energiekrise aus und erzählen, dass die Stadtwerke Bielefeld bald insolvent seien. Um nicht komplett ohne Gas und Strom im Winter auskommen zu müssen, solle schnell ein neuer Liefervertrag abgeschlossen werden, so die Masche.
In anderen Fällen setzen die Betrüger Ihre Opfer unter Druck und behaupten, sie müssten jetzt einen neuen Vertrag abschließen, um sich für längere Zeit eine Preisgarantie zu sichern und nicht von den stark steigenden Marktpreisen abhängig zu sein.
In allen Fällen werden anschließend horrende Summen für Strom und Gas fällig. Wenn der Betrug im Nachhinein auffällt, ist es häufig schon zu spät den Vorgang rückgängig zu machen.

Steffen Hamann verantwortet bei den Stadtwerken Bielefeld den Bereich Vertrieb Privat- und Gewerbekunden und findet es auffällig, wie stark diese Taktik in den vergangenen Monaten zugenommen hat: „Wir warnen explizit davor, solche Geschäfte am Telefon abzuschließen. Teilweise stehen die Betrüger sogar vor der Tür. Wir haben in unseren Kundenzentren immer wieder Menschen sitzen, die in Tränen ausbrechen, weil die Rechnung oder Abschlagsmitteilung für Gas und Strom plötzlich so hoch ist. Wir müssen Ihnen dann erklären, dass wir damit gar nichts zu tun haben.“

Grundsätzlich kann den am Telefon oder an der Haustür abgeschlossenen Verträgen widersprochen werden. Dafür gilt eine Frist von zwei Wochen ab Vertragszustellung. Ein am Telefon abgeschlossener Vertrag muss immer durch den Kunden schriftlich bestätigt werden. Solange das nicht erfolgt ist, ist kein Vertrag zustande gekommen.
Allerdings kommunizieren viele Betrüger den monatlichen Abschlag erst einmal als Kostenvergleich, der oft in die Irre führt. In den zugeschickten Unterlagen sind die tatsächlichen Kosten dementsprechend nicht direkt ersichtlich. Entscheidend sind Grund- und Kilowattstundenpreis für die Energie, die genau betrachtet werden sollten.

Die Stadtwerke Bielefeld selbst bieten Verträge oder Tarifwechsel im Bereich der Versorgung nicht ohne Erlaubnis am Telefon an. Der Angebotsprozess läuft immer schriftlich ab. Kooperationen mit anderen Energiehändlern gibt es ebenfalls nicht. Hamann: „Wir würden auch nie anrufen und einfach Zähler- oder Bankdaten abfragen. Leider haben es die Betrüger vornehmlich auf ältere Personen abgesehen und Menschen, die die deutsche Sprache nicht so gut verstehen. Aber immer öfter sind sie auch so überzeugend, dass kaum jemand davor gefeit ist hereinzufallen. Deswegen die Bitte: Nehmen Sie immer direkt mit uns und der Polizei Kontakt auf, wenn so etwas passiert.“

Sollte jemand unerwünscht kontaktiert werden, empfiehlt es sich Name, Firma und Telefonnummer des Anrufenden zu notieren. Zusätzlich kann bei den Stadtwerken Bielefeld eine sogenannte „Wechselsperre“ schriftlich vereinbart werden. Diese schützt zukünftig vor ungewollten Wechseln und kann jederzeit widerrufen werden.
Betroffene melden sich bitte telefonisch unter: (0800) 1 00 71 75. Oder per Mail: privatkunden(at)stadtwerke-bielefeld.de.
 

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