14. September 2022 / Allgemeines

Kinder spielerisch stärken

Neues Mitmach-Programm an Bielefelder Grundschulen

Das Kooperationsprojekt "gut:gehen - Du kannst mehr!" der Walter Blüchert Stiftung (WBS) mit der Stadt Bielefeld und der Regionalen Schulberatungsstelle sowie dem Schulamt für die Stadt Bielefeld wird nach einer sehr erfolgreichen Pilotphase im kommenden Schuljahr fortgeführt. In der Pilotphase waren es drei Grundschulen, mit Beginn des neuen Schuljahres werden bereits zehn Bielefelder Grundschulen an dem neuen Projekt teilnehmen, das die Stiftung finanziert.

“Jeder von uns hat erfahren, welche Belastungen die Pandemie mit sich gebracht hat – vor allem für die Kinder“, sagt Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung. „Wir möchten dazu beitragen, dass es ihnen wieder gut geht. Ziel des Projektes ist es, mit Spielen, viel Bewegung, Tanz, Schauspiel und Musik das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken und ihre Lebensfreude zu wecken. So können sie wieder mehr Grundvertrauen und Stabilität für den Alltag gewinnen. Je mehr Unterstützer wir für die Verbreitung dieses Projektes gewinnen können – gern auch durch weitere Stiftungen –, desto besser; erste Gespräche laufen bereits sehr vielversprechend.“

„Wir freuen uns über das Engagement der Walter Blüchert Stiftung für Bielefelder Schulen und das große Interesse der Bielefelder Grundschulen“, betont Dr. Udo Witthaus, Beigeordneter für Schule, Bürger, Kultur, Sport der Stadt Bielefeld. „Um die entstandenen Entwicklungen/Rückstände der Kinder im sozialen und fachlichen Bereich aufzuholen und um chancengerechte Teilhabe an Bildung zu ermöglichen, sollte das Angebot möglichst vielen Schulen zugutekommen. Daher möchte der Schulträger eine Ausweitung des Projekts für die Teilnahme von bis zu zehn weiteren Grundschulen ermöglichen und die dafür benötigten Finanzbedarfe in die Haushaltsberatungen für das Jahr 2023 einbringen. Denn die Teilnahme am Projekt ist für die Schulen und Kinder kostenlos.“ 

Viele Kinder müssen heute nicht nur die Folgen der Corona-Pandemie, sondern auch vielfältige andere familiäre und soziale Belastungen bewältigen. Grundschulkinder spielerisch für diese Herausforderungen zu stärken - Stichwort: Resilienz - ist das Ziel des Projektes. In Gruppen werden die Schülerinnen und Schüler einmal pro Woche für 90 Minuten von einem Zweierteam, einer Pädagogin und einem männlichen Kollegen, in der Offenen Ganztagsschule (OGS) am Nachmittag oder am Vormittag für Kinder, die nicht in der OGS sind, betreut. Die überwiegend von Theaterpädagog*innen geführten gut:gehen-Gruppen ermöglichen es den Kindern, spielerisch an sich zu arbeiten, um gestärkt durch den Alltag zu gehen. „Unser Programm trägt dazu bei, Kinder, die zum Teil stark belastet sind, zu mobilisieren und ihre Lebensfreude zu wecken“, erläutert Ingrid Kramer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Walter Blüchert Stiftung. „Wir möchten erreichen, dass es den Kindern wieder gut geht, daher auch der Name des Programms: gut:gehen.“

Die Spiele und Übungen des gut:gehen-Programms bestehen aus unterschiedlichen Elementen wie Bewegung, Tanz, Schauspiel, Musik und Körpergefühl. Ziel ist es, durch emotionales Erleben das Selbstbewusstsein und die Konzentrationsfähigkeit der Kinder zu fördern, so dass sie mehr Grundvertrauen und Stabilität gewinnen – sowohl für die eigene Person als auch für die Beziehung zu anderen. 

Während der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass viele Menschen durch fehlende soziale Kontakte Einsamkeit erleben mussten. Auch die häuslichen Bedingungen waren teilweise schwierig. Unter den gesundheitlichen, emotionalen und psychischen Auswirkungen der Pandemie leiden besonders Familien mit berufstätigen Eltern und schulpflichtigen Kindern. Durch das Gruppenprogramm gut:gehen wird die seelische Gesundheit und Resilienz der Kinder, ihre Beziehung zu sich selbst und anderen gefördert.

Das Konzept des Programms gut:gehen wurde von der Walter Blüchert Stiftung 2021 vor dem Hintergrund des Corona-Lockdowns und der Corona-Pandemie entwickelt und in Kooperation mit dem Amt für Schule bzw. der Regionalen Schulberatungsstelle der Stadt Bielefeld im November 2021 in einer Pilotphase an drei Grundschulen,  Stieghorstschule, Grundschule Heeperholz und der Wellbachschule, für Zweit- bis Viertklässler umgesetzt. 

Die WBS ist eine langjährige Kooperationspartnerin der Stadt Bielefeld. Das neue Projekt soll langfristig fester Bestandteil der psychosozialen Unterstützung von Grundschulkindern sein. Deshalb wird gut:gehen nach einer sehr erfolgreichen Pilotphase im kommenden Schuljahr auch an weiteren Bielefelder Grundschulen angeboten (Grundschule Altenhagen, Brocker Schule, Bültmannshofschule, Grundschule Hoberge-Uerentrup (im Grundschulverbund Wellensiek Hoberge-Uerentrup), Grundschule Theesen, Grundschule Wellensiek (im Grundschulverbund Wellensiek Hoberge-Uerentrup), Grundschule Windflöte). Denn nicht nur nach Corona, sondern auch für die ukrainischen Flüchtlingskinder ist so ein spielerisches und gleichzeitig psychosozial wertvolles Projekt hilfreich. Das Interesse der Grundschulen ist schon jetzt so groß, dass mittlerweile eine Warteliste geführt wird.

Die Finanzierung des Projektes erfolgt über die WBS (zehn Grundschulen mit jeweils zwei Gruppen). Um die Teilnahme von bis zu weiteren zehn Grundschulen mit jeweils zwei Gruppen zu ermöglichen, wird die Stadt Bielefeld als Schulträgerin die benötigten Finanzbedarfe in die Haushaltsberatungen für das Jahr 2023 einbringen. Für die Stadt Bielefeld würden durch die Projektausweitung Kosten in Höhe von maximal 152.000 € pro Kalenderjahr entstehen. In 2022 werden die Kosten durch vorhandene Mittel im Schulträgerbudget aus dem Landesprogramm „Aufholen nach Corona“ gedeckt. Ab 2023 bis 2026 sollen die benötigten Finanzbedarfe von jährlich 152.000 €, insofern der Rat dieses beschließt, über den städtischen Haushalt bereitgestellt werden. Darüber hinaus trägt die Walter Blüchert Stiftung alle Kosten für Konzeptarbeit, Evaluation sowie Personal- und Sachkosten.


Die Walter Blüchert Stiftung
Die gemeinnützige Walter Blüchert Stiftung mit Sitz in Gütersloh setzt sich dafür ein, Menschen in schwierigen Lagen zu unterstützen. Sie möchte die Betroffenen gleichzeitig befähigen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und ihre persönlichen Potenziale zu entwickeln. Das Spektrum des Stiftungs-Engagements reicht von der Förderung und Begleitung von Schülerinnen und Schülern bis zu Hilfen für Alleinerziehende, junge Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose.

Gemeinsam mit erfahrenen Partnern unterstützt sie bewährte Programme und Projekte, die Menschen helfen, Krisen zu meistern. ihr Potenzial zu entwickeln und Barrieren zu überwinden. Durch kluges Fördern, Weiterentwickeln und Verbreiten ausgewählter Modellprojekte will die Walter Blüchert Stiftung dazu beitragen, dass sich aus dem Überwinden von Barrieren sowohl Teilhabe und Erfolg für den Einzelnen als auch ein nachhaltiger Nutzen für die Gesellschaft entwickeln kann.
 

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