25. April 2018 / Lokalnachrichten

Lärmminderungsplanung in Bielefeld

Neue Lärmkarten

Lärmminderungsplanung in Bielefeld

Um in der Bevölkerung das Bewusstsein für die Gesundheitsrelevanz starker Lärmbelastung zu schärfen, wird in Deutschland seit 1998 der „Tag gegen Lärm“ durchgeführt. Der diesjährige Tag am Mittwoch, 25. April, ist für das Umweltamt Anlass, über den aktuellen Stand der Lärmminderungsplanung in Bielefeld zu informieren.

In Aufstellung befindet sich in diesem Jahr der inzwischen dritte Lärmaktionsplan. Grundlage sind jeweils aktuelle Lärmkarten, die die Belastungen in farbigen Bändern entlang der Verkehrswege darstellen. Unterschieden wird eine gemittelte Ganztagesbelastung und ein gemittelter acht Stunden Nachtwert. Die Karten sind unter www.bielefeld-wird-leiser.de einsehbar. Die Gesundheit gefährden kann eine Dauerbelastung mit Pegeln ab 65 dB(A) tagsüber und ab 55 dB(A) in der Nacht, indem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Von diesen gesundheitsrelevanten Straßenlärmpegeln sind am Gesamttag 7% und in der Nacht 6% der Bielefelder betroffen.

Die Lärmschwerpunkte mit diesen Pegeln und vielen Lärmbetroffenen konzentrieren sich in der Innenstadt sowie an Einfallstraßen mit straßenbegleitender, mehrgeschossiger und dichter Wohnbebauung. Stadtweit liegen an 145 verschiedenen Straßenabschnitten auf einer gesamten Straßennetzlänge von rund 111 Kilometern solche Lärmschwerpunkte.

Ein Vergleich der Betroffenen-Zahlen aus älteren Kartierungen ist nicht möglich, weil die Aufbereitung der zur Verfügung gestellten Eingangsdaten und der Aufbau der Verkehrsmodelle sich verändern und die Zahlen, die sich um etwa zwei Prozentpunkte in diesem Belastungsbereich erhöht haben, so nicht vergleichbar sind. Auch die deutlich gestiegene Einwohnerzahl erhöht den Betroffenheitsgrad. So muss die Wirkung der Lärmaktionsplanung über die umgesetzten Maßnahmen indirekt abgeleitet werden. Als wirkungsvollste Maßnahme gilt der Einbau lärmmindernder Fahrbahndecken bei Sanierungen, er kommt in Bielefeld immer häufiger zum Einsatz.

Hauseigentümer können durch moderne Schallschutzfenster viel erreichen, wobei eine städtische Förderung in den beiden ersten Aktionsplänen aufgrund der schlechten Haushaltlage nicht vorgesehen war. Der Ausbau der Radwege und die Stärkung des ÖPNV steht für eine Verkehrswende, die mittel bis langfristig zu einer deutlichen Reduzierung des innerstädtischen PKW-Verkehrs führen soll. Auch die Elektromobilität kann künftig einen relevanten Beitrag zur Lärmminderung leisten.

Für das Umweltamt wird durch die Beispiele deutlich, dass der Erfolg nur durch eine Sensibilisierung für die gesundheitliche Relevanz von Verkehrslärm und einen langen Atem aller Planungsträger und Entscheider möglich wird. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen, was zurzeit von der Verwaltung geprüft wird.

Zur Fortschreibung des Lärmaktionsplans ist gegen Jahresende eine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen. Der Entwurf des Plans wird dann online zur Diskussion gestellt.

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