22. September 2021 / Allgemeines

Stadtbahn soll in die Nordstadt von Sennestadt fahren

Viele Ideen von Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt

Wo soll die Linie 1 in Sennestadt enden? Welche Variante ist wirtschaftlich und damit förderfähig? Und was ist den Fahrgästen beim ergänzenden Busnetz wichtig? Mit diesen Fragen haben sich die Fachexperten aus dem Amt für Verkehr, von moBiel und des Gutachterbüros Rambøll auseinandergesetzt. Herausgekommen ist – unter besonderer Berücksichtigung zahlreicher Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern – die Vorzugsvariante für die Mobilitätslinie im Bielefelder Süden.

Die Variante „Am Stadion/Alsterweg“ hat in der Detailbewertung des Gutachters am besten abgeschnitten. Sie landet vor allem aufgrund der direkten Verbindung von der Nordstadt nach Brackwede und in die Innenstadt auf dem ersten Platz. Die Kriterien Wirtschaftlichkeit und die Effekte auf Klima- und Umweltschutz waren ebenso ausschlaggebend wie Reisezeit und Umsteigehäufigkeit. Diese Variante sieht vor, dass die Stadtbahn parallel zur L756 bis zur Haltestelle Kreuzkirche fährt und von dort entlang des Sennestadtringes und der Elbeallee bis zum Endpunkt im Bereich “Am Stadion/Alsterweg”.

„Durch die geplante Mobilitätslinie wächst Bielefeld weiter zusammen. Mit der Vorzugsvariante wird die nördliche Sennestadt mit Brackwede und der Innenstadt direkt verbunden. Damit verbessert sich die Mobilität im Bielefelder Süden langfristig“, sagt moBiel-Geschäftsführer Martin Uekmann. Und Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen ergänzt: „Bielefeld wächst. Damit wir in Zukunft nicht im Stau stecken bleiben, müssen wir die Verkehrsträger des Umweltverbundes stärken.“ Jens Julkowski-Keppler, Aufsichtsratsvorsitzender von moBiel, freut sich über die gelungene Bürgerbeteiligung: „Hier zeigt sich, wie man gemeinsam zu guten Lösungen kommen kann und damit auch das Thema Klima- und Umweltschutz in den Vordergrund rückt.“

Vorzugsvariante: Stadtbahn bis in die Nordstadt
Mehr als 500 Rückmeldungen hatte moBiel im vergangenen Jahr während der Bürgerbeteiligung zur Entwicklung eines Nahverkehrskonzepts für Senne und Sennestadt erhalten. Dabei hatten Bürgerinnen und Bürger Wünsche und Anregungen zu Stadtbahn- oder Busführung, sowie zur Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger eingebracht. Alle Vorschläge wurden einzeln gesichtet, in vergleichbare Netzkonzepte zusammengefasst und grob bewertet.

In einem nächsten Schritt hat das Gutachterbüro Rambøll dann die besten vier Netzvarianten einer detaillierten verkehrlichen, baulichen und wirtschaftlichen Betrachtung unterzogen. Neben der Planungsvariante „Am Stadion/Alsterweg“ wurde auch die Variante „Kreuzkirche“ als durchführbar bewertet. Sie liegt in der Gesamtbetrachtung aber nur auf dem zweiten Platz, weil Fahrgäste auf dem Weg in die Nordstadt weiterhin an der Kreuzkirche umsteigen müssten. In der Variante würde die Nordstadt ausschließlich mit Bussen erschlossen. Somit wäre an der Kreuzkirche ein größerer Umsteigepunkt notwendig, der sehr viel Fläche benötigen würde und deshalb wohl nur südöstlich des Sennestadtteichs innerhalb sensibler Umweltflächen unterzubringen wäre.

Die Varianten „Württemberger Allee“ und die Split-Variante „Rheinallee-Württemberger Allee“ sind nach aktuellem Stand nicht umsetzbar, da sie unwirtschaftlich und damit nicht förderfähig sind.

Ergänzendes Buskonzept in Sennestadt
Auf die in Frage kommenden Endpunkte der Stadtbahn ist auch das Buskonzept abgestimmt worden. Auch hier sind zahlreiche Ideen der Bürgerinnen und Bürger eingeflossen. Bei allen Stadtbahn-Varianten verbinden zwei Buslinien die nördliche Sennestadt mit dem Krackser Bahnhof. Eine Buslinie verbindet außerdem die Nordstadt mit dem Sportzentrum, dem Industriegebiet “Industriestraße” und dem Verknüpfungspunkt Kreuzkirche. Bei der Variante „Kreuzkirche“ wird eine zusätzliche Buslinie für die Anbindung der Nordstadt an die Stadtbahn nötig.

Kristina Busch, bei moBiel verantwortlich für den Bereich Verkehrsplanung, freut sich, dass viele Fahrgastwünsche mit der Vorzugsvariante erfüllt werden: “Die gewünschten Anbindungen sowohl zwischen Nord- und Südstadt als auch ins Industriegebiet oder zum Krackser Bahnhof werden im Vergleich zu heute deutlich verbessert”. Wie von vielen beteiligten Fahrgästen angeregt, erhält Dalbke durch die Überlagerung von zwei Buslinien eine Verdichtung von vier Fahrten pro Stunde. Bewohnerinnen und Bewohner der Ortsteile Heideblümchen, Dalbke, Eckardtsheim sowie der Nachbarorte Schloß Holte-Stukenbrock, Lipperreihe und Oerlinghausen brauchen auf dem Weg ins Bielefelder Zentrum künftig nur noch einmal umzusteigen - am neuen Verknüpfungspunkt an der Kreuzkirche.

Nahverkehrskonzept in Senne
Mit der geplanten Verlängerung der Stadtbahn-Linie 1 soll ab der heutigen Endhaltestelle Senne die Buschkampsiedlung entlang der Brackweder Straße an das Stadtbahn-Netz angeschlossen werden. Aus dem Wohngebiet Windelsbleiche wird zukünftig im Zehn-Minuten-Takt sowohl die Stadtbahn in Brackwede als auch die Sennebahn erreichbar sein, da sich zwei Buslinien auf der Windelsbleicher Straße ergänzen. Die Wohngebiete Wahlbrink, Augsburger Straße und Schillingshof sowie Windflöte erhalten durch die beiden Buslinien jeweils einen attraktiven 20-Minuten-Takt.

Von Gütersloh kommend binden Busse den Ortsteil Windflöte und den Bahnhof Bielefeld-Senne an. Dadurch wird eine Verbindung an die Sennebahn und im weiteren Verlauf auch an die Stadtbahn nach Brackwede und in die Innenstadt geschaffen. Wunsch von Bürgerinnen und Bürgern ist eine neue Buslinie, die von Senne über den Bahnhof Bielefeld-Windelsbleiche und Rütli nach Sieker fährt. Durch die Anbindung beider Senner Bahnhöfe werden zusätzliche Verbindungen in die Innenstadt ermöglicht. Léa Gauthier, bei moBiel für das Projekt Mobilitätslinie verantwortlich, betont: „Durch das Zusammenspiel von Buskonzept und Mobilitätslinie verbessert sich die Anbindung für die Senner und Sennestädter enorm.“

Online-Veranstaltung für Interessierte
Wegen der aktuellen Corona-Lage stellt moBiel die Vorzugsvariante am Montag, 4. Oktober, um 18 Uhr zunächst in einer Online-Veranstaltung vor. Dort haben Interessierte die Möglichkeit, im Chat Fragen zu stellen. Die genauen Teilnahmemodalitäten werden noch Auf der Webseite bekanntgegeben. Außerdem bietet moBiel im Nachgang persönliche Termine mit ihrem Planungsteam an, die telefonisch unter 0521/51-1222 vereinbart werden können. Auf www.moBiel.de/Mobilitätslinie finden Interessierte immer den aktuellen Stand zur Mobilitätslinie.

Wie geht’s weiter?
Die Vorzugsvariante „Am Stadion/Alsterweg“ wird in der Entwurfsplanung weiter untersucht. Das Amt für Verkehr und die Verkehrsbetriebe moBiel bleiben mit Politik und Bürgerschaft in engem Austausch hinsichtlich des genauen Standortes der Stadtbahn-Endhaltestelle. Außerdem werden Standorte und Kapazitäten von Park & Ride-Plätze noch geprüft.
 

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