16. Januar 2026 / Lokalnachrichten aus Bielefeld

Katastrophenschutz in Ostwestfalen: Führungskräfte trainieren Krisenmanagement in Bielefeld

Rund 70 ehrenamtliche Führungskräfte aus OWL haben sich in Bielefeld auf große Krisenlagen vorbereitet. Im Fokus: zivile Verteidigung.

Ehrenamtliche Führungskräfte aus Feuerwehr und Katastrophenschutz bei einer Fortbildung in Bielefeld
Veröffentlicht am 16. Januar 2026 um 05:37 Uhr

Stromausfall, Hochwasser, großflächige Evakuierungen. Szenarien, die auch in Ostwestfalen längst nicht mehr theoretisch sind. Genau darauf haben sich jetzt rund 70 ehrenamtliche Führungskräfte aus Feuerwehren, Hilfsorganisationen und dem Technischen Hilfswerk vorbereitet.

Im Studieninstitut Westfalen-Lippe in Bielefeld fand eine Fortbildung zur „Zivilen Verteidigung – Einsatztaktik und Krisenmanagement“ statt. Organisiert wurde sie von der Bezirksregierung Detmold. Teilgenommen haben Einsatzkräfte aus dem gesamten Regierungsbezirk, also auch aus dem Kreis Gütersloh und dem Raum Bielefeld.

Training für außergewöhnliche Krisenlagen

Die Teilnehmenden gehören zur sogenannten Mobilen Führungsunterstützung von Stäben. Diese Einheiten kommen dann zum Einsatz, wenn außergewöhnliche Schadenslagen mehrere Regionen betreffen und schnelle, koordinierte Entscheidungen nötig sind.

In Fachvorträgen und Diskussionen ging es um aktuelle Bedrohungslagen, Führungsstrukturen und die Zusammenarbeit zwischen Behörden. Vertreter des Instituts der Feuerwehr NRW, des Polizeipräsidiums Bielefeld und der Bundeswehr brachten ihre jeweiligen Perspektiven ein.

Moderne Ausbildung statt Theorie

Ein Schwerpunkt der Fortbildung lag auf zeitgemäßer Ausbildung. Anhand moderner Simulationen wurde gezeigt, wie sich komplexe Einsatzlagen realitätsnah trainieren lassen. Ziel ist es, Führungskräfte besser auf Situationen vorzubereiten, in denen viele Informationen gleichzeitig bewertet und Entscheidungen unter Zeitdruck getroffen werden müssen.

Auch die polizeiliche Stabsarbeit und die Rolle der Bundeswehr in Krisenlagen wurden thematisiert. Dabei ging es weniger um Theorie, sondern um konkrete Abläufe im Ernstfall.

Warum der Katastrophenschutz auch OWL direkt betrifft

Große Schadenslagen machen nicht an Stadt- oder Kreisgrenzen halt. Nordrhein-Westfalen setzt deshalb seit Jahren auf vorgeplante, überörtliche Hilfe. Einsatzkräfte aus Ostwestfalen können innerhalb kurzer Zeit auch in anderen Regionen unterstützen. Umgekehrt kommen bei Bedarf Kräfte von außerhalb nach OWL.

Diese Strukturen sollen sicherstellen, dass Hilfe schnell, gezielt und koordiniert ankommt. Voraussetzung dafür ist, dass sich Führungskräfte kennen, Abläufe geübt sind und Zuständigkeiten klar geregelt wurden.

Bevölkerung als entscheidender Faktor

Ein zentrales Thema der Fortbildung war die Stärkung der Resilienz der Sicherheitsbehörden, aber auch die Rolle der Bevölkerung. Große Krisen lassen sich nur bewältigen, wenn Einsatzkräfte und Zivilgesellschaft zusammenwirken.

Dazu gehört auch, dass Bürgerinnen und Bürger in Ausnahmesituationen zur Selbsthilfe fähig sind. Genau deshalb ist es wichtig, dass Einsatzorganisationen bereits vor einer Krise eng zusammenarbeiten und realistische Szenarien durchspielen.

Foto: Ehrenamtliche Führungskräfte aus dem Katastrophenschutz erhalten Einblicke in die modernen Möglichkeiten der Rettungsdienstausbildung. (Foto: Bezirksregierung Detmold)

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