7. August 2025 / Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

125 Jahre Handwerk und Familie – das Jubiläum der Firma Kehde

Seit 1900 steht der Name Kehde in Lemgo für handwerkliche Qualität, gelebte Familientradition und enge Verbundenheit...

Veröffentlicht am 7. August 2025 um 10:51 Uhr

Eineinvierteljahrhundert Familiengeschichte sind bei den Kehdes eng mit dem Handwerk verknüpft – und mit der Innung, der sie sich über Generationen verbunden fühlen. Ihren Ursprung hat die Geschichte im Jahr 1900: Damals errichtete Gustav Kehde auf dem Familiengrundstück an der heutigen Salzufler Straße in Lemgo ein Haus mit Wohnung, Werkstatt und Schaufenster – und legte damit den Grundstein für den bis heute bestehenden Innungsbetrieb.

Seitdem ist viel passiert – doch dem Handwerk ist die Familie Kehde über all die Jahrzehnte treu geblieben. Als Jörg Kehde gemeinsam mit Ehefrau Brigitte und Sohn André nun zur Jubiläumsfeier lud, herrschte auf dem Grundstück wieder reges Treiben. Zahlreiche Gäste gratulierten, lokale Anbieter anderer Gewerke – teils selbst Innungsbetriebe – stellten sich vor. Das Geschäft der Kehdes liegt nicht nur geografisch im Zentrum des Ortsteils – hier treffen sich seit jeher Menschen, Geschichten und Gewerke.

Auch von der Raumausstatter-Innung ließ man es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren: Obermeister Dirk Lindemann und Geschäftsführer Jens-Uwe Pape überbrachten im Namen der Innung Glückwünsche zum außergewöhnlichen Jubiläum – verbunden mit Anerkennung für das handwerkliche Engagement und die generationsübergreifende Betriebsführung.

Betrieb in vierter Generation

Jörg Kehde (60) führt den Raumausstatterbetrieb in vierter Generation. Im Jahr 2000 übernahm er ihn von seinem Vater Georg – nachdem er dort selbst gelernt, als Geselle gearbeitet und 1999 erfolgreich die Meisterschule besucht hatte. Seine Innungsmitgliedschaft war für ihn dabei ebenso selbstverständlich wie die Weitergabe seines Wissens: 17 Auszubildende wurden im Laufe der Jahrzehnte im Betrieb ausgebildet.

Sohn André Kehde stieg 2017 als Quereinsteiger ein – mit besonderem Schwerpunkt auf Bodenbelägen. Mit viel Engagement, praktischer Erfahrung und gezielten Fortbildungen qualifizierte er sich weiter und gründete 2024 seinen eigenen Betrieb ebenfalls mit Sitz in Lemgo: Fußboden Kehde. Der neue Standort markiert dabei nicht nur eine unternehmerische Erweiterung, sondern auch den nächsten Schritt in der familiären Handwerkstradition.

Großväter hatten bereits zusammengearbeitet

Dass sich bei den Kehdes Wege immer wieder kreuzen, zeigt auch ein Blick in die Familiengeschichte: Brigitte Kehde, geborene Duwe, ist die Enkelin von August Duwe. In dessen Sattlerbetrieb in Brake lernte einst der Großvater von Jörg Kehde, Gustav Kehde junior sein Handwerk. Diese Verbindung zwischen zwei Handwerksfamilien zeigt: Im Handwerk treffen sich oft nicht nur Berufe, sondern auch Biografien.

Veränderung gehörte dabei schon immer zum Alltag. Nachdem Gründer Gustav Kehde 1917 im Ersten Weltkrieg fiel, führte seine Witwe Wilhelmine das Geschäft weiter, erweiterte es zeitweise um eine Drogerie. Sohn Gustav junior baute das Geschäft ab 1930 weiter aus und legte vier Jahre später die Meisterprüfung ab. Nach seiner Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg nahm er den Betrieb wieder auf. Seine Söhne Georg und Friedhelm wurden ebenfalls Handwerker – Georg übernahm schließlich 1969, bevor sein Sohn Jörg in vierter Generation das Ruder übernahm.

Quelle: Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld (kh-gt-bi.de.de)

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