Altersvorsorge ist längst kein Thema mehr, das erst kurz vor dem Ruhestand relevant wird. Ob Berufseinsteiger, Familien oder Selbstständige – in Bielefeld beschäftigen sich aktuell viele Menschen mit der Frage, wie sie finanziell für später vorsorgen können. Besonders rund um die Riester-Rente herrscht derzeit viel Unsicherheit. Bleibt sie bestehen? Wird sie abgeschafft? Und was hat es mit dem geplanten Altersvorsorge-Depot auf sich? Im Beratungsalltag merkt auch das Bielefelder Maklerteam: Das Interesse ist groß. „Viele Kundinnen und Kunden aus Bielefeld kommen gerade mit genau diesen Fragen auf uns zu“, erzählt Marcus vom Bielefelder Maklerteam. „Die Verunsicherung ist verständlich – deshalb ist es wichtig, die Entwicklungen einzuordnen und nicht vorschnell zu handeln.“ Wir haben mit ihm über die geplante Reform gesprochen.
„Viele denken gerade: Muss ich jetzt etwas tun?“ – Wird die Riester-Rente abgeschafft?
Marcus: „Das ist aktuell tatsächlich die häufigste Frage. Die kurze Antwort lautet: Nein – die Riester-Rente wird nicht einfach abgeschafft. Bestehende Verträge bleiben bestehen und genießen Bestandsschutz. Wer bereits einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, behält diesen grundsätzlich weiterhin. Was sich verändert, betrifft vor allem die Zukunft neuer Vorsorgeprodukte. Die Politik möchte die private Altersvorsorge neu aufstellen – einfacher, flexibler und renditestärker. Dabei spielt das sogenannte Altersvorsorge-Depot eine zentrale Rolle.“
Was steckt hinter dem Altersvorsorge-Depot?
Marcus: „Im Grunde handelt es sich dabei um ein staatlich gefördertes Depot zur Altersvorsorge. Man zahlt regelmäßig Geld ein – zum Beispiel monatlich über einen Sparplan – und dieses Geld wird dann in ETFs, Fonds oder Aktien investiert. Ergänzt wird das Ganze durch staatliche Förderung und steuerliche Vorteile. Der große Unterschied zur klassischen Riester-Rente ist die stärkere Ausrichtung auf den Kapitalmarkt. Dadurch entstehen langfristig deutlich höhere Renditechancen.“
Warum könnte das für viele Menschen in Bielefeld interessant sein?
Marcus: „Vor allem für jüngere Menschen oder alle, die noch viele Jahre bis zur Rente haben, kann das sehr spannend sein. Viele wünschen sich heute mehr Flexibilität und gleichzeitig bessere Chancen beim Vermögensaufbau. Genau da setzt das neue Modell an. Die Vorteile liegen vor allem in höheren Renditechancen, geringeren Kosten und einer transparenteren Struktur. Außerdem soll es später auch bei der Auszahlung mehr Möglichkeiten geben – etwa flexiblere Entnahmen oder individuellere Auszahlungsmodelle.“ Gerade in Bielefeld, wo viele Familien, Berufseinsteiger und Selbstständige langfristig planen, werde das Thema immer relevanter, so Julia.
Für wen lohnt sich das – und für wen eher nicht?
Marcus: „Besonders interessant ist das Modell für Menschen mit langem Anlagehorizont – also wenn bis zur Rente noch zehn, fünfzehn oder mehr Jahre Zeit bleiben. Das betrifft viele jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hier in Bielefeld, aber auch Selbstständige, die bisher nur eingeschränkt Zugang zu geförderter Altersvorsorge hatten. Weniger geeignet ist es meist für Menschen kurz vor dem Ruhestand oder für sehr sicherheitsorientierte Sparerinnen und Sparer, die starke Schwankungen eher vermeiden möchten. Ich sage oft: Je länger die Laufzeit, desto attraktiver kann das Modell werden.“
Wo liegen die Risiken?
Marcus: „Die Chancen sind da – aber natürlich gibt es auch Risiken. Und die sollte man unbedingt mitdenken. Da das Geld stärker am Kapitalmarkt investiert wird, sind Wertschwankungen möglich. Das bedeutet: Das Depot kann zwischenzeitlich auch im Minus stehen. Außerdem wird entscheidend sein, welche Produkte Anbieter konkret auf den Markt bringen. Nicht jedes Angebot wird automatisch günstig oder sinnvoll sein – da lohnt sich ein genauer Blick auf Kosten und Struktur.“ Deshalb sei eine individuelle Prüfung besonders wichtig. „Man sollte sich nicht allein von Förderungen oder Schlagzeilen leiten lassen – sondern schauen: Passt das wirklich zu meiner persönlichen Lebensplanung?“
Was rätst du Bielefelderinnen und Bielefeldern mit bestehender Riester-Rente?
Marcus: „Ganz klar: Ruhe bewahren. Viele fragen uns aktuell, ob sie kündigen oder wechseln sollten. Meine Empfehlung ist eindeutig: bitte nichts überstürzen. Bestehende Riester-Verträge bleiben erhalten. Ein Wechsel kann frühestens sinnvoll bewertet werden, wenn die neuen Produkte tatsächlich verfügbar sind und man Leistungen, Kosten und Förderungen transparent vergleichen kann. Im Moment gilt deshalb: Erst informieren – dann entscheiden.“
Dein persönlicher Tipp für die private Altersvorsorge?
Marcus: „Früh anfangen ist und bleibt das Wichtigste. Zeit ist beim Vermögensaufbau ein riesiger Vorteil – je früher man beginnt, desto stärker kann der Zinseszinseffekt wirken. Außerdem empfehle ich immer, sich möglichst breit aufzustellen: gesetzliche Rente, betriebliche Vorsorge und private Bausteine sinnvoll kombinieren. Und ganz wichtig: Nicht nur auf Förderung schauen. Eine Altersvorsorge sollte langfristig zur eigenen Lebenssituation passen – nicht nur auf dem Papier gut aussehen.“ Die geplante Reform der privaten Altersvorsorge könnte für viele Bielefelderinnen und Bielefelder neue Möglichkeiten schaffen – insbesondere durch mehr Flexibilität und bessere Renditechancen. Gleichzeitig bringt das neue System aber auch mehr Eigenverantwortung mit sich.
Marcus Fazit fällt deshalb klar aus:
„Die Reform ist grundsätzlich ein spannender Schritt in die richtige Richtung. Wer sich frühzeitig informiert und sich beraten lässt, kann davon profitieren. Wichtig ist nur: nicht aus Unsicherheit vorschnell handeln – sondern sich in Ruhe anschauen, was wirklich zur eigenen Situation passt.“ Für viele in Bielefeld heißt es deshalb aktuell vor allem: informieren, vergleichen – und entspannt bleiben.

