Lawinen entstehen, wenn instabile Schneeschichten an steilen Hängen brechen und dann mit hoher Geschwindigkeit talwärts stürzen. Solche Abgänge forderten am Wochenende mehrere Todesopfer in den französischen Alpen. In verschiedenen Orten der Region Savoyen wurden Skifahrer unter Schneedecken verschüttet, wie französische Medien berichteten. Auch in Österreich gab es ein Todesopfer und mehrere Verletzte. Entscheidend ist bei dem Phänomen allerdings nicht die Gesamtmenge an Schnee, sondern dessen Schichtung, wie der Deutsche Alpenverein (DAV) erklärt. Selbst vergleichsweise geringe Schneemengen stellen eine Gefahr dar, wenn ein festes Schneebrett auf einer schwachen, schlecht verfestigten Schicht liegt. Das kann durch unterschiedliche Schneefälle, Temperaturen oder Wind passieren. Bereits kleine Zusatzbelastungen, etwa durch Wintersportler oder frischen Neuschnee, können dann nach Angaben des DAV die gesamte Struktur ins Rutschen bringen. Diese bis zu mehrere 100 Meter breiten Schneebrettlawinen sind die häufigsten und gefährlichsten. Auch Temperaturanstiege oder Regen können laut Lawinenwarndienst Bayern Schwachschichten, also mechanisch schwache Schichten, aufweichen und damit die Schneestabilität erheblich verringern. Das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung nennt weitere Lawinenarten: Lockerschneelawinen weisen demnach einen punktförmigen Anriss auf. Gleitschneelawinen entstehen spontan auf glattem Untergrund. Nassschneelawinen treten bei durchfeuchtetem Schnee auf. Sehr große Schneebrettlawinen können sich zudem zu Staublawinen entwickeln. Das sind schnelle Schneestaubwolken mit enormer Wucht.Ein Wintersportler und die gesamte Struktur kommt ins Rutschen
Enorme Wucht: Wenn Schneebrett- zu Staublawinen werden
Bildnachweis: © Angelika Warmuth/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Wie Lawinen entstehen – und was sie so gefährlich macht
Gleich mehrere tödliche Unglücke gab es am Wochenende wegen Lawinen in den Alpen. Oft genügt eine instabile Schicht, um ganze Hänge zum Abrutschen zu bringen. Wie solche Schwachstellen entstehen.
Meistgelesene Artikel
Das Hoch «Hartmut» bringt nicht nur tagsüber Hitze, sondern auch nachts kaum Abkühlung. Der Wetterdienst rät deshalb, lange Aufenthalte draußen zu vermeiden.
Neueste Artikel
In mehreren Ländern im Südeuropa steigen die Temperaturen. Regen ist nicht in Sicht. Besonders dramatisch ist die Lage bei Bränden in Spanien.
- 20. Juli 2026
Zustand des Ebola-Patienten verbessert sich weiter
Vor einer Woche kam ein mit Ebola infizierter Patient auf die Sonderisolierstation des Frankfurter Uniklinikums. Die Behandlung hilft ihm.
Weitere Artikel derselben Kategorie
In mehreren Ländern im Südeuropa steigen die Temperaturen. Regen ist nicht in Sicht. Besonders dramatisch ist die Lage bei Bränden in Spanien.
- 20. Juli 2026
Zustand des Ebola-Patienten verbessert sich weiter
Vor einer Woche kam ein mit Ebola infizierter Patient auf die Sonderisolierstation des Frankfurter Uniklinikums. Die Behandlung hilft ihm.

