4. Juli 2025 / Aus aller Welt

Verwahrloste Jungen in Norditalien gefunden

Carabinieri entdecken sie in einem Haus im Wald. Die 6 und 9 Jahre alten Brüder können nach Medienberichten kaum sprechen und tragen zu dem Zeitpunkt noch Windeln.

Die niederländischen Eltern der Jungen sollen in der Bundesrepublik gelebt haben, bevor sie nach Italien zogen. (Symbolbild)

Polizisten haben Medienberichten zufolge in dem norditalienischen Dorf Lauriano zwei verwahrloste Jungen gefunden. Die 6 und 9 Jahre alten Brüder wurden in Deutschland geboren, wie die italienische Lokalausgabe der Tageszeitung «Corriere della Sera» schreibt. Wo genau, war nicht bekannt. Die Jungen konnten demnach kaum sprechen und trugen trotz ihres Alters Windeln. Auch die «Bild»-Zeitung berichtete am Freitag. 

Der Vater, ein 54-jähriger Bildhauer, soll seine Kinder aus Angst vor einer Covid-Erkrankung auf einem Bauernhof im piemontesischen Wald, etwa 30 Kilometer von Turin entfernt, isoliert haben. Die Kinder habe im Dorf niemand bemerkt, hieß es im «Corriere della Sera». Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa haben die Kinder keinen registrierten Namen und besuchten nie eine Schule. Sie hätten unter prekären hygienischen Bedingen gelebt. 

«Corriere della Sera» zufolge wurden die Kinder eher zufällig gefunden: Während einer Räumung nach einer Überschwemmung bereits im April durchsuchten die italienischen Carabinieri das Bauernhaus. Der Fall sorgte in Italien erst jetzt für Aufsehen. 

Kinder in Obhut des Sozialdienstes

Die niederländischen Eltern sollen in Deutschland gelebt haben, bevor sie nach Italien zogen. Der Vater war Medienberichten zufolge von Corona «besessen», er wollte seine Kinder nicht impfen und keine Masken tragen lassen. Demnach erklärte das Jugendgericht die Eltern für unfähig, die Kinder zu versorgen. Wie «Corriere della Sera» schreibt, wurden die Geschwister vom Sozialdienst in Obhut genommen und leben nun in einer geschützten Einrichtung. Zudem soll die Jugendstaatsanwaltschaft ein Adoptionsverfahren eingeleitet haben.


Bildnachweis: © Robert Messer/dpa
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