Das ungarische Parlament hat ein Gesetz beschlossen, das die Herstellung und den Verkauf von Laborfleisch verbietet. Für den von der Regierung des Rechtspopulisten Viktor Orban eingebrachten Gesetzesvorschlag stimmten 140 Abgeordneten, unter ihnen auch linke und parteilose Volksvertreter, wie aus der Webseite des Parlaments hervorgeht. 10 Abgeordnete votierten dagegen, 18 enthielten sich der Stimme. Für die Herstellung von Fleisch im Labor werden lebenden Tieren Stammzellen entnommen, die in einer Kulturflüssigkeit aus Fetten, Aminosäuren, Vitaminen, Mineralien und Zucker landen. Dort vermehren sie sich und wachsen zu Muskelgewebe heran. Für Fleisch aus dem Labor müssten daher keine Tiere getötet werden, was von Tierschützern befürwortet wird. Auch der Umweltaspekt wird oft hervorgehoben. Der ungarische Agrarminister Istvan Nagy begründete das Verbot hingegen mit Argumenten, die die «nationale Identität» ansprachen. «Wir müssen darauf beharren, dass die Herstellung von Lebensmitteln an den Boden gebunden bleibt», sagte er auf seiner Facebook-Seite. Dies bilde die Grundlage «unserer Traditionen, unserer Kultur». Würde sich Ungarn davon abkehren, «würden wir unsere Identität verlieren», fügte er hinzu. Im November 2023 hatte bereits Italien die Herstellung und den Verkauf von Laborfleisch verboten. Die Rechtsregierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni begründete das Verbot auf ähnliche Weise wie die in Ungarn.Verbot in Italien bereits 2023
Bildnachweis: © Jeff Chiu/AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Ungarn verbietet Herstellung und Verkauf von Laborfleisch
Nach Italien verbannt auch das Land von Viktor Orban tierische Produkte aus Stammzellen von der Speisekarte. Die Begründung ist in beiden EU-Staaten ähnlich und hat mit «Boden» und «Identität» zu tun.
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel
- 5. Oktober 2026
Behörde: Laborantin in Sibirien starb nicht an Pest
Nach dem Tod einer jungen Frau in einem sibirischen Krankenhaus steht der Verdacht auf Lungenpest im Raum. Die zuständige staatliche Stelle dementiert. Doch Vorsichtsmaßnahmen gelten.
- 5. Oktober 2026
Zwei Tote bei schwerem Schulbus-Unfall in Florida
Bei einem schweren Unfall mit einem Schulbus in Florida sterben zwei Menschen, darunter eine Schülerin. Zahlreiche weitere Menschen werden verletzt.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 5. Oktober 2026
Behörde: Laborantin in Sibirien starb nicht an Pest
Nach dem Tod einer jungen Frau in einem sibirischen Krankenhaus steht der Verdacht auf Lungenpest im Raum. Die zuständige staatliche Stelle dementiert. Doch Vorsichtsmaßnahmen gelten.
- 5. Oktober 2026
Zwei Tote bei schwerem Schulbus-Unfall in Florida
Bei einem schweren Unfall mit einem Schulbus in Florida sterben zwei Menschen, darunter eine Schülerin. Zahlreiche weitere Menschen werden verletzt.

