Weltweit droht nach Angaben der Vereinten Nationen rund 4,5 Millionen Mädchen in diesem Jahr eine schwere Menschenrechtsverletzung, die Genitalverstümmelung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef verurteilen diese Praxis zum internationalen Tag von Nulltoleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung (6. Februar). Dabei werden teils Kindern unter fünf Jahren die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane teilweise oder vollständig entfernt. In Ländern in Afrika, Asien oder Nahost, wo dies praktiziert wird, werden Tradition oder Religion angeführt. Damit solle die Jungfräulichkeit der Mädchen garantiert werden. In Wirklichkeit führt dieser Eingriff oft zu lebenslangen schweren gesundheitlichen Komplikationen. 230 Millionen Mädchen und Frauen weltweit lebten mit den Folgen der Genitalverstümmelung. Mit Aufklärung sei es seit 1990 gelungen, die Praxis zurückzudrängen, berichten die WHO und Unicef. Früher sei jedes zweite Mädchen in den betroffenen Ländern derart verletzt worden, heute sei es nur noch jedes dritte. Aber die Kürzung von Hilfsgeldern und systematische Versuche, den Kampf gegen die Praxis zu stoppen oder sie als «sicher» zu deklarieren, wenn sie von Ärzten ausgeführt wird, machten die Arbeit schwieriger.
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UN: 4,5 Millionen Mädchen von Genitalverstümmelung bedroht
230 Millionen Frauen leben mit den Folgen, jetzt droht Millionen weiteren Mädchen dasselbe Schicksal. Was hinter der brutalen Praxis steckt – und warum der Kampf dagegen schwerer wird.
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