20. Januar 2025 / Aus aller Welt

Tansania räumt Todesfall durch Marburg-Virus ein

Verwirrung um ein Fieber in Tansania: Die Weltgesundheitsorganisation meldete einen Ausbruch, die Regierung bestreitet dies. Ein Besuch des WHO-Chefs bringt neue Informationen.

Die Präsidentin sagte, Tansania habe aus dem Marburg-Ausbruch 2023 gelernt. (Archivbild)
Veröffentlicht am 20. Januar 2025 um 16:01 Uhr

Wenige Tage nach dem Dementi eines Ausbruchs des gefährlichen Marburg-Fiebers in Tansania hat die Regierung nun doch einen Fall eingeräumt. Eine Person in der Region Kagera im Nordwesten des Landes sei an dem Marburg-Virus gestorben, 25 weitere Verdachtsfälle hätten sich aber nicht bestätigt, sagte Präsidentin Samia Suluhu Hassan nach einem Treffen mit dem Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, in Daressalaam.

Die WHO hatte am 15. Januar berichtet, dass sich neun Menschen offenbar infiziert hätten, von denen acht gestorben seien. Die erkrankten Menschen litten der WHO zufolge unter anderem unter hohem Fieber, Durchfall, blutigem Erbrechen, Schwäche und bluteten später aus Körperöffnungen. Tansanias Gesundheitsministerium hatte den Bericht einen Tag später dementiert. Das Marburg-Virus gehört zu den gefährlichsten bekannten Krankheitserregern.

Tansania hat bereits Erfahrung mit dem Marburg-Fieber 

Präsidentin Hassan erklärte nun, Tansania habe den Ausbruch schnell eindämmen können, da man Erfahrungen mit einem Ausbruch in derselben Region im Jahr 2023 gesammelt habe, bei dem sechs Menschen starben.

«Wir haben sofort ein Expertenteam mit entsprechenden Fähigkeiten entsandt», sagte sie. «Wir haben Tests in Kagera und in Daressalaam durchgeführt und festgestellt, dass bis auf einen alle anderen 25 Fälle negativ waren.» 

Tedros lobte Tansanias rasches Handeln und erklärte, die WHO werde das Land weiterhin bei der Bekämpfung der Krankheit unterstützen. «Leider gibt es weder eine Behandlung noch einen Impfstoff gegen Marburg, aber die schnelle Reaktion, wie sie Tansania gezeigt hat, hilft, Leben zu retten», sagte er. Auf die abweichenden Fallzahlen ging er nicht ein.

Kurz zuvor wurde ein Ausbruch des Fiebers in Ruanda eingedämmt

Erst einen Monat zuvor war ein Marburg-Ausbruch in Ruanda für beendet erklärt worden. In dem kleinen ostafrikanischen Land traten nach WHO-Angaben 66 Marburg-Fälle auf, 15 Patienten starben. Im Jahr 2023 gab es auch Ausbrüche in Tansania und Äquatorialguinea.

Bei vorherigen Ausbrüchen wurde das Marburg-Virus oft durch Flughunde übertragen. Die Ansteckung unter Menschen erfolgt über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines erkrankten Patienten, der Symptome zeigt. Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 21 Tage. Der Erreger trägt den Namen der deutschen Stadt, weil sich dort 1967 Laborangestellte mit dem bis dahin nicht bekannten Virus bei Versuchsaffen infiziert hatten.


Bildnachweis: © Bernhard-Nocht-Institut/dpa
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