Applaus, Jubelschreie und strahlende Köche: In Frankfurt sind die neuen Michelin-Sterne an Spitzenküchen in Deutschland verliehen worden. Insgesamt 339 Betriebe können sich in diesem Jahr mit mindestens einem Stern des Gourmetführers «Guide Michelin» schmücken. Neu in den Olymp der Drei-Sterne-Restaurants wurde einzig das «L.A. Jordan» in Deidesheim (Rheinland-Pfalz) neu aufgenommen. «Ich bin platt», sagte Küchenchef Daniel Schimkowitsch auf der Bühne. Die Zahl der Drei-Sterne-Restaurants liegt damit weiterhin bei zwölf. Das «Aqua» in Wolfsburg hatte Anfang des Jahres seine Türen geschlossen, weil Küchenchef Sven Elverfeld sich auf etwas Neues konzentrieren wollte. Die anderen elf Drei-Sterne-Häuser konnten ihre Sterne behalten, wie aus dem neuen Restaurantführer hervorgeht, der Ende Juli erscheinen soll. Für die Frankfurter Köche gestaltete sich die Verleihung am Main zu einem erfreulichen Heimspiel: Das «Rausch» mit Küchenchef Joachim Busch kam direkt von null auf zwei Sterne. Zwei Sterne gingen zudem an Niclas Nussbaumer für das im Dezember neu eröffnete «The Dune». Des weiteren ergatterte das Restaurant «Lohninger» seinen ersten Stern. Ebenfalls mit zwei Sternen wurde die «Mühle» in Schluchsee (Baden-Württemberg) geehrt. Er müsse sich nicht kneifen, sagte Küchenchef Fabian Obergfell. Dafür habe er 20 Jahre hart geschuftet. Aber es mache es ihn superstolz, hier zu stehen. Auffällig war der Frauenmangel auf der Bühne. So wurden fast ausschließlich männliche Köche geehrt. Der «Service Award» ging an eine Frau - und zwar an Karin Weißer aus dem Restaurant «St. Benedikt» in Aachen. Auf der Bühne stand zudem eine Frau, die als Teil eines Kölner Küchenchef-Duos geehrt wurde, das einen Stern erhielt. Laut Michelin gibt es nun 48 Zwei-Sterne-Restaurants in Deutschland, darunter vier neue, sowie 279 Ein-Stern-Häuser, darunter 20 neue. Aber immer wieder müssen Häuser auch ihre Sterne abgeben - weil sie geschlossen werden, ein neues Konzept haben oder sich die Qualität verschlechtert hat. In Bayern etwa wurde vier Häusern die Auszeichnung gestrichen. In Hamburg musste das «Bianc» in der Hafencity seine beiden Sterne abgeben. Auf der Suche nach den besten Adressen sind die Testerinnen und Tester anonym im Einsatz. Der Vergabe der Sterne liegt ein einheitliches Bewertungssystem zugrunde. Als Kriterien gelten unter anderem die Qualität der Produkte, eine persönliche Note, das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie eine auf Dauer gleichbleibende Qualität. Der kleine rote Reiseführer «Guide Michelin» sollte vor mehr als 100 Jahren mehr Autofahrer zum Reisen bewegen und so den Absatz der französischen Reifenfirma Michelin ankurbeln. Erstmals erschien er 1910 und enthielt zunächst Karten sowie Tipps für Autofahrer zum Tanken, Reifenwechseln, Essen und Übernachten. In Deutschland gab es 1966 die ersten Michelin-Sterne - vor genau 60 Jahren. Neben dem «Guide Michelin» erscheint auch der Restaurantführer «Gault&Millau» regelmäßig als wichtiger internationaler Gourmet-Ratgeber. Er vergibt Kochmützen für ausgezeichnete Kochkunst.Gleich zwei neue Zwei-Sterne-Häuser in Frankfurt
Zudem vergab Michelin mehrere Sonderpreise:
Frauenmangel auf Bühne
Erste Sterne in Deutschland wurden vor 60 Jahren verliehen
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Sterneregen für Spitzenköche - Frauen fehlen
Das «L.A. Jordan» in der Pfalz steigt als einziges Restaurant neu in die Drei-Sterne-Liga von Michelin auf. Neueröffnungen in München und Frankfurt räumen auch ab. Auffällig ist aber der Frauenmangel.
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