9. Februar 2025 / Aus aller Welt

Schwedens Prinzessin Victoria in Örebro: Mir fehlen Worte

Der Tod von zehn Menschen durch einen Schützen in Schweden macht nicht nur die Menschen vor Ort fassungslos. Das ganze Land trauert, sagt Regierungschef Kristersson.

Schwedens Kronprinzessin Victoria hat einen Gottesdienst in Örebro besucht. (Archivfoto)
Veröffentlicht am 9. Februar 2025 um 19:38 Uhr

Schwedens Kronprinzessin Victoria (47) und ihr Mann, Prinz Daniel (51), haben nach der Bluttat von Örebro mit zehn Todesopfern einen Gottesdienst in der Stadt besucht.

Ein Schütze hatte am Dienstag in der etwa 200 Kilometer von Stockholm entfernten Stadt das Feuer in einer Bildungseinrichtung für Erwachsene eröffnet. Elf Menschen starben, mehrere weitere wurden verletzt. Auch der Angreifer soll unter den Toten sein.

Schwer zu begreifen

«Mir fehlen die Worte. Es ist furchtbar und noch immer sehr schwer zu begreifen», hatte Kronprinzessin Victoria einem Bericht der Nachrichtenagentur TT zufolge ihre Gefühle zusammengefasst.

Das Thronfolgerpaar besuchte auch einen Erinnerungsort für die Opfer vor der Risbergska Schule. 

«Hass wird nicht durch Hass besiegt»

Das ganze Land trage Trauer, sagte Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson bei einer im Fernsehen übertragenen Ansprache an die Nation am Abend. 

Er hob hervor, dass mehrere der Opfer einen Migrationshintergrund hatten. Die Opfer hätten sich um einen positiven Beitrag bemüht. «Als der Täter sie angriff, griff er uns alle an», sagte der liberal-konservative Politiker. Er rief die Menschen zur Einheit auf: «Hass wird nicht durch noch mehr Hass besiegt.»

Angreifer war eingeschrieben

Als Täter wurde ein 35-Jähriger identifiziert, der sich Berichten zufolge noch vor Ort selbst getötet hat. Die Polizei bestätigte laut TT, dass der Mann auch an der Risbergska Schule eingeschrieben war. 

Er soll vier Waffen samt dazugehörigen Lizenzen besessen haben. Drei der Waffen fanden die Beamten am Tatort.

Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass der Täter allein vorging und es sich nicht um einen Terrorakt handelte. Zum möglichen Tatmotiv gab es auch bei einer Pressekonferenz der Polizei am Sonntagabend keine Angaben. 

Polizei verhinderte Schlimmeres

Der leitende Ermittler Henrik Dahlström betonte, dass das Eintreffen der Beamten womöglich Schlimmeres verhinderte. «Ich bin überzeugt, dass unser Eingreifen den Verlauf der Ereignisse beeinflusst und die tödliche Gewalt unterbrochen hat», sagte Dahlström. 

Es habe sich um eine komplexe Situation gehandelt, so der leitende Beamte. Demnach waren zum Tatzeitpunkt etwa 400 Schüler auf dem rund 17.000 Quadratmeter großen Gelände.


Bildnachweis: © Sebastian Gollnow/dpa POOL/dpa
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