20. Februar 2025 / Aus aller Welt

Schlag gegen Menschenhandel: Razzien in sechs Bundesländern

Zwangsprostitution, Menschenhandel, Geldwäsche - gravierende Vorwürfe. In sechs Bundesländern geht die Polizei gegen organisierte Kriminalität vor. NRW-Innenminister spricht von skrupellosen Täter.

Es gab Durchsuchungen in sechs Bundesländern. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 20. Februar 2025 um 14:05 Uhr

Mit Durchsuchungen in sechs Bundesländern und mehreren Festnahmen hat die Polizei einen mutmaßlichen Menschenhändlerring zerschlagen. Nahe Bielefeld und in Hamburg seien vier mit Haftbefehl gesuchte Beschuldigte festgenommen worden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in Bielefeld mit. Sechs weitere Menschen seien im Zuge der Aktion am Mittwoch in NRW, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls festgenommen worden.

Nach umfangreichen Ermittlungen durchsuchten Einsatzkräfte zeitgleich 29 Objekte in den sechs Bundesländern. Die Razzien fanden in Bad Oeynhausen, Minden, Löhne nahe Bielefeld, Enger, Bünde, Hille, Gütersloh, Hamburg, Bremen, Osnabrück, Lüneburg, Gießen und Rostock statt. 

Schwerwiegende Vorwürfe gegen vier Beschuldigte 

Die vier gesuchten und nun festgenommenen Beschuldigten stehen im Verdacht, bandenmäßig Menschenhandel, Zwangsprostitution und Geldwäsche betrieben zu haben. Es handele sich um einen 57-jährigen Deutschen und drei thailändische Staatsangehörige im Alter von 22, 53 und 56 Jahren. Die Beamten stellten den Angaben zufolge diverse Beweismittel sicher. Bargeld in sechsstelliger Höhe wurde beschlagnahmt. 

Bei den Durchsuchungen habe man zahlreiche Menschen angetroffen und kontrolliert. Bei mindestens 18 Menschen bestehe der Verdacht eines illegalen Aufenthalts. Unter dem Verdacht, diese Menschen beherbergt zu haben, seien fünf verdächtige Personen festgenommen worden: In Minden und Bünden jeweils eine 58-Jährige, in Bremen eine 50-Jährige, in Rostock eine 48-Jährige und eine 68-Jährige. Hinzu kam noch eine weitere Festnahme aufgrund ausländerrechtlicher Bestimmungen. «Alle festgenommenen Personen werden am heutigen Tag dem Haftrichter vorgeführt», hieß es.

«Mit aller Härte gegen kriminelle Netzwerke»

Das Leid vieler Frauen sei beendet worden, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. «Mit der Zerschlagung dieses asiatischen Menschenhändlerrings hat die Polizei erfolgreich skrupellose Täter dingfest gemacht.» 

Solche Aktionen könnten nur gelingen, wenn die Polizeien sich länderübergreifend eng austauschten und es beim Zugriff «Schlag auf Schlag» gehe. «Menschenhandel und Zwangsprostitution sind abscheulich und sie zerstören das Leben der Betroffenen. Heute sind wir diesen kriminellen Netzwerken mit aller Härte entgegengetreten.»


Bildnachweis: © Moritz Frankenberg/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus aller Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...

Neueste Artikel

Neuer Vorfall nach Vietnam-Boeing - A380 setzt zu früh auf
Aus aller Welt

Zwei Zwischenfälle in kurzer Zeit auf derselben Landebahn am Münchner Flughafen: Wie reagieren Airlines und Behörden auf die aktuellen Ereignisse? Viele Fragen sind offen.

weiterlesen...
Lufthansa-Airbus setzt bei Landung in München zu früh auf
Aus aller Welt

Erneut beschädigt ein Großraumjet die Landebahn in München. Menschen kommen aber nicht zu Schaden. Die Suche nach den Ursachen hat begonnen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Neuer Vorfall nach Vietnam-Boeing - A380 setzt zu früh auf
Aus aller Welt

Zwei Zwischenfälle in kurzer Zeit auf derselben Landebahn am Münchner Flughafen: Wie reagieren Airlines und Behörden auf die aktuellen Ereignisse? Viele Fragen sind offen.

weiterlesen...
Lufthansa-Airbus setzt bei Landung in München zu früh auf
Aus aller Welt

Erneut beschädigt ein Großraumjet die Landebahn in München. Menschen kommen aber nicht zu Schaden. Die Suche nach den Ursachen hat begonnen.

weiterlesen...