3. Januar 2025 / Aus aller Welt

Montenegro will Waffengesetz verschärfen

Ein Mann in Montenegro erschießt zwölf Menschen, wohl im Affekt. Er war schon wegen unerlaubten Waffenbesitzes aufgefallen. Gegen dieses weit verbreitete Phänomen will das Adria-Land nun einschreiten.

Trotz strömenden Regens demonstrierten hunderte aufgebrachte Montenegriner für ein strengeres Vorgehen gegen potenziell gefährliche Waffenbesitzer.
Veröffentlicht am 3. Januar 2025 um 22:13 Uhr

Nachdem ein bewaffneter Angriff mit zwölf Todesopfern kurz nach dem Jahreswechsel das Adria-Land Montenegro erschüttert hat, sollen nun strengere Gesetze verhindern, dass Schusswaffen in die falschen Hände geraten. Das kündigte Ministerpräsident Milojko Spajic nach einer mehrstündigen Sondersitzung des Nationalen Sicherheitsrats an. Während dieser Sitzung demonstrierten Hunderte Menschen vor dem Regierungssitz trotz strömenden Regens. Sie werfen der Regierung eine ineffiziente Politik gegen potenziell gefährliche Waffenbesitzer vor. 

Dem Regierungsplan zufolge sollen Inhaber gültiger Waffenscheine verpflichtet werden, sich psychologisch untersuchen zu lassen. Dafür haben sie bis zum 1. Januar 2026 Zeit, anderenfalls wird ihnen der Waffenschein entzogen, sagte Spajic. Wer Waffen ohne Erlaubnis besitzt, hat zwei Monate Zeit, diese abzugeben, ohne bestraft zu werden. Wer diese Frist überschreite, dem drohen «drakonische» Strafen, fügte der Premier hinzu, ohne dazu Details zu nennen. «Für diese Menschen wird es keine Gnade geben», betonte Spajic. 

Zehntausende illegale Waffenbesitzer

In Montenegro rufen die Behörden bereits seit Jahren die Menschen auf, ihre Waffen aus illegalem Besitz abzugeben. Es wird geschätzt, dass es in Montenegro - wie auch in anderen Balkanländern - mehrere zehntausend illegale Waffenbesitzer gibt.

Der 45-jährige Amokschütze hatte Medienberichten zufolge aus noch unklaren Motiven nach einem Streit in einer Kneipe in der Stadt Cetinje zwölf Menschen mit einer Schusswaffe getötet, darunter zwei Kinder und seine eigene Schwester. Vier weitere Menschen wurden dabei verletzt, einer schwebt weiter in Lebensgefahr. Die Polizei geht von einer Affekttat aus. Als die Polizei ihn stellen wollte, erschoss sich der Täter selbst und starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Er war bereits 2022 wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilt worden.


Bildnachweis: © Risto Bozovic/AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Neueste Artikel

Fünf Tote bei Unfall von niederländischem Bus in der Schweiz
Aus aller Welt

Ein Reisebus voller Urlauber verunglückt nahe dem Schweizer Nationalpark. Was die Polizei über den dramatischen Unfall und den Rettungseinsatz berichtet.

weiterlesen...
Macht Schokolade glücklich? Süße Mythen auf dem Prüfstand
Aus aller Welt

Lässt sie Pickel entstehen? Ist die dunkle Variante gesund? Und werden aus Weihnachtsmännern noch Osterhasen? Ein Faktencheck verbreiteter süßer Mythen zum Tag der Schokolade.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Fünf Tote bei Unfall von niederländischem Bus in der Schweiz
Aus aller Welt

Ein Reisebus voller Urlauber verunglückt nahe dem Schweizer Nationalpark. Was die Polizei über den dramatischen Unfall und den Rettungseinsatz berichtet.

weiterlesen...
Macht Schokolade glücklich? Süße Mythen auf dem Prüfstand
Aus aller Welt

Lässt sie Pickel entstehen? Ist die dunkle Variante gesund? Und werden aus Weihnachtsmännern noch Osterhasen? Ein Faktencheck verbreiteter süßer Mythen zum Tag der Schokolade.

weiterlesen...