19. März 2026 / Aus aller Welt

Lebenslange Haft für Todesschüsse auf Hochzeit in Fürth

Vor den Augen zahlreicher Gäste schießt ein junger Mann mehrmals auf den Vater seiner Ex. Dafür wurde er jetzt verurteilt. Damit ist der Fall aber noch nicht abgeschlossen.

Nach der Tat floh der Angeklagte laut den Ermittlungen mit seinen Begleitern nach Frankreich, wo er sich der Polizei stellte. (Archivbild)
Veröffentlicht am 19. März 2026 um 12:06 Uhr

Wegen der tödlichen Schüsse auf einer Hochzeitsfeier im mittelfränkischen Fürth muss ein 27-Jähriger eine lebenslange Haftstrafe verbüßen. Das Landgericht in Nürnberg verurteilte den Franzosen wegen Mordes an dem Vater seiner ehemaligen Lebensgefährtin. 

Demnach hatte der Angeklagte vor etwa einem Jahr vor den Augen der zahlreichen Hochzeitsgäste sechsmal auf den 47-Jährigen geschossen. «Er wurde von hinten getroffen und von dem Angriff überrascht», sagte der Vorsitzende Richter Gregor Zaar. Das Opfer starb kurz darauf im Krankenhaus. 

Nach den tödlichen Schüssen floh der Verdächtige nach Frankreich, wo er sich der Polizei stellte. Vor Gericht räumte dieser später die Schüsse ein, äußerte sich aber nicht weiter zu der Tat.

Jahrelanger Streit und Bedrohungen

Nach Überzeugung der Kammer war das Motiv eine verletzte Familienehre und ein Streit um Geldforderungen nach der Trennung des Angeklagten und seiner Ex-Verlobten, die danach wieder nach Deutschland gezogen war. Dabei hatten sich die beiden Familien über Jahre gegenseitig beleidigt und zum Teil mit dem Tode bedroht, wie Zaar sagte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

Zur Urteilsverkündungen hatte die Kammer die Sicherheitsvorkehrungen im Gericht noch einmal verschärft. Mehrere Polizeibeamte begleiteten den Angeklagten und überwachten zusammen mit Justizbeamten den bis auf den letzten Platz besetzten Gerichtssaal.

Zweiter Prozess im April

Der 27-Jährige war dem Urteil zufolge bei der Tat von seinem Vater und zwei Brüdern begleitet und unterstützt worden. Diese sind inzwischen wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt. Der Prozess soll nach Angaben einer Justizsprecherin am 28. April am Landgericht in Nürnberg starten.


Bildnachweis: © Daniel Karmann/dpa
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