In der hitzigen Debatte um die mögliche Umbenennung von Spielplätzen in Köln zu «Spiel- und Aktionsflächen» hat der Landesjugendring in Nordrhein-Westfalen den neuen Sprachgebrauch verteidigt. «Mein Eindruck ist, dass in dieser Debatte viele Erwachsene meinen, es besser zu wissen. Das ist ganz typisch, wenn es um die Belange junger Menschen geht», sagte die Vorsitzende Maja Tölke der Deutschen Presse-Agentur. Erwachsene seien in dieser Sache aber eigentlich gar nicht gefragt. «Es geht nicht um ihre Flächen, sondern um Flächen, die vor allem von jungen Menschen genutzt werden.» Wenn sie sich das geplante neue Schild mit der Aufschrift «Spiel- und Aktionsfläche» anschaue, dann halte sie es für passend und angemessen. Es gebe nach ihrem Eindruck die Bedürfnisse verschiedener Altersgruppen wieder. «Das Wort "Spiel" kommt noch vor. "Aktionsfläche" deutet dann eher auf Bewegung hin - das ist dann auch das Anliegen von Jugendlichen», sagte Tölke. Es sei wichtig, dass die Formulierung so offen sei. «Damit nicht ganz eng vorgegeben wird, was dort zu tun ist. Das ist baulich sowieso schon viel zu oft der Fall.» Junge Menschen bräuchten Freiheiten, das sei wichtig für die Entwicklung. Die Diskussion um die mögliche Abschaffung des Begriffs «Spielplatz» auf den Schildern wird seit einigen Tagen mit einer gewissen Aufregung geführt. Der Komiker Guido Cantz etwa nahm die Umbenennungspläne zum Anlass, die Stadt zur «Hauptstadt der Bekloppten» zu deklarieren. Hintergrund ist, dass die Kölner Verwaltung jüngst ein neues Design für die Schilder an den mehr als 700 Spielplätzen der Stadt präsentiert hatte. Auf das Wort «Spielplatz» wurde dabei bewusst verzichtet - man wolle «dem erweiterten Inklusionsgedanken» Rechnung tragen, hieß es zur Begründung. Bei «Spielplatz» handle es sich um einen «eingrenzenden Begriff». Die neuen Schilder sollten daher mit «Spiel- und Aktionsfläche» überschrieben sein. Mittlerweile ist fraglich, ob die geplante Umbenennung wirklich kommt. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) ging auf Distanz zu dem Vorhaben und will den Kölner Stadtrat entscheiden lassen - ob dort grünes Licht gegeben wird, ist fraglich. Zudem äußerte Reker als Rathauschefin ein gewisses Unverständnis für das Vorgehen der städtischen Verwaltung. Sie persönlich finde die Bezeichnung «Spielplatz» klar und verständlich.Tölke: Junge Menschen brauchen Freiheiten
Reker distanziert sich – Entscheidung liegt beim Rat
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Landesjugendring verteidigt neue Spielplatz-Schilder in Köln
Wegen einer geplanten Umbenennung von Spielplätzen in «Spiel- und Aktionsflächen» in Köln kochen die Emotionen hoch. Eine Interessenvertretung junger Menschen kritisiert nun die Debatte.
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