21. Februar 2026 / Aus aller Welt

Jugendliche wollen mit KI Sportunterricht fairer machen

Eine Gruppe Schüler aus Niedersachsen will den Sportunterricht mit KI gerechter machen. Ihre Idee hat es sogar bis zu den Olympischen Winterspielen geschafft.

Ein KI-Tool könnte vielleicht bald die Benotung im Sportunterricht verändern. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 21. Februar 2026 um 05:30 Uhr

Fünf Jugendliche aus der Nähe von Bremen haben ein KI-basiertes Werkzeug entwickelt, das die Benotung im Sportunterricht individueller und nach eigenen Angaben fairer machen soll. Das Projekt trägt den Namen «SkillFIT» und wurde von Schülerinnen und Schülern im Rahmen eines Innovationswettbewerbs entwickelt.

Ausgangspunkt ist ihre Kritik an aus ihrer Sicht zu starren Bewertungsmaßstäben im Sportunterricht. Trotz Anstrengung und Training werde die Leistung vieler Schüler nicht entsprechend gewürdigt, weil sie nach einheitlichen Maßstäben bewertet würden, die ihre jeweils unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen nicht ausreichend berücksichtigten.

Die Jugendlichen kritisieren, der Sportunterricht solle eigentlich zur Bewegung motivieren, werde für manche aber stattdessen zum Ort von Frust. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation von 2019 gelten mehr als 80 Prozent der Schulkinder als körperlich inaktiv. Der Sportunterricht könne aber auch Teil der Lösung sein, so die Schülerinnen und Schüler.

Die individuelle Entwicklung einzelner Schüler sichtbarer machen

Ihre Idee: Ein KI-gestütztes System soll Lehrkräfte dabei unterstützen, Leistungen individueller zu bewerten. Statt fester Tabellen - etwa einer bestimmten Zeit für die Note Eins im 100-Meter-Lauf - soll der persönliche Fortschritt stärker berücksichtigt werden. Erfasst werden sollen Zeiten, Wiederholungen oder Ausdauerwerte, die ins Verhältnis zu den jeweiligen körperlichen Voraussetzungen gesetzt werden.

Unterschiedliche Ausgangslagen wie chronische oder auch vorübergehende Einschränkungen sollen dabei einbezogen werden. Ziel sei es, die individuelle Entwicklung der einzelnen Schüler sichtbar zu machen.

Projekt bei Olympia vorgestellt

Die Jugendlichen betonen, das System solle Lehrkräfte nicht ersetzen, sondern unterstützen. Gerade bei Klassen mit rund 30 Schülerinnen und Schülern sei es schwierig, allen gleichermaßen gerecht zu werden. Zugriff auf die erhobenen Daten sollen nur die jeweilige Lehrkraft sowie die Schülerin oder der Schüler haben.

In dieser Woche stellten die Jugendlichen ihr Projekt im Deutschen Haus bei den Olympischen Winterspielen in Cortina vor.


Bildnachweis: © Bernd Weißbrod/dpa
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