Nach spirituellen Regengebeten setzt der Iran nun auch auf sogenanntes Wolkenimpfen, um Niederschläge im Land zu erzwingen. In der Provinz West-Aserbaidschan im Nordwesten Irans sprühten Flugzeuge ein bestimmtes Salz in die Wolken über dem ausgetrockneten Urmia-See, berichtet die Tageszeitung Donjaje-Eghtessad. Ob diese Maßnahmen tatsächlich zu Regen führen, ist laut Umweltexperten jedoch fraglich. Am Freitag fanden in der Hauptstadt Teheran, die mit ihren 15 Millionen Einwohnern besonders stark von der Wasserkrise betroffen ist, nach dem traditionellen Freitagsgebet Regengebete statt. Die Initiative stieß jedoch in der Gesellschaft auf harsche Kritik. Statt auf wissenschaftliche Expertise zu setzen, offenbare die Regierung mit Regengebeten ihre Hilflosigkeit, so die Kritiker. Selbst staatliche Medien sprechen inzwischen von einer nationalen Katastrophe. Islamische Hardliner sowie mehrere Geistliche im Iran machen den «unislamischen» Lebensstil vieler Bürger, insbesondere in der Millionenmetropole Teheran, für die Trockenheit verantwortlich. «Zweifellos wirkt sich das Sündigen der Menschen auch auf die Verringerung göttlicher Gaben wie Regen aus», erklärte der Abgeordnete Kamran Ghasanfari. Vor allem Frauen ohne Kopftuch würden eine Mitschuld tragen. Da die meisten Staudämme ausgetrocknet sind, wächst die Panik in der Bevölkerung. Die Regierung sieht sich daher gezwungen, drastische Schritte zu ergreifen. So will das Energieministerium in Teheran und weiteren Regionen die Wasserversorgung abends bis zum nächsten Morgen - etwa elf Stunden - abstellen. Präsident Massud Peseschkian brachte sogar eine Evakuierung der Hauptstadt ins Spiel, doch diese Möglichkeit wird innerhalb der Regierung als kaum realistisch eingeschätzt.
Bildnachweis: © Arne Immanuel Bänsch/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Iran: Regengebete und Wolkenimpfen gegen die Dürre
Der Iran versucht mit allen Mitteln, die historische Trockenheit im Land zu bekämpfen. Von Regengebeten bis zu Wolkenimpfen - doch bislang bleibt der Erfolg aus.
Meistgelesene Artikel
- 6. Januar 2026
Schnee in Bielefeld & Kreis Gütersloh: Wer räumen muss - und welches Streumittel erlaubt ist
Achtung Rutschgefahr in Ostwestfalen!
- 7. Januar 2026
Sturmtief Elli bringt noch mehr Schnee
Viel Neuschnee, Schneeverwehungen und Glatteis: Ein Sturmtief steuert auf Deutschland zu. Spannend - und turbulent - wird es ab der Nacht zum Freitag.
Neueste Artikel
- 24. Januar 2026
1.400 Jahre alt: Spektakuläre Grab-Entdeckung in Mexiko
Eine Eule bewacht den Eingang zum Grab: «Die bedeutendste archäologische Entdeckung des letzten Jahrzehnts in Mexiko» gibt Einblicke in Bestattungsrituale und Weltanschauung der Zapoteken.
- 24. Januar 2026
Tödliche Schüsse aus der Dienstwaffe: Mehr Taser für Polizei
Die Zahl tödlicher Polizeischüsse ist 2025 gesunken, bleibt aber über dem Durchschnitt der Vorjahre - vor allem im Südwesten. Warum die GdP mehr Taser fordert und was die Argumente dagegen sind.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 24. Januar 2026
1.400 Jahre alt: Spektakuläre Grab-Entdeckung in Mexiko
Eine Eule bewacht den Eingang zum Grab: «Die bedeutendste archäologische Entdeckung des letzten Jahrzehnts in Mexiko» gibt Einblicke in Bestattungsrituale und Weltanschauung der Zapoteken.
- 24. Januar 2026
Tödliche Schüsse aus der Dienstwaffe: Mehr Taser für Polizei
Die Zahl tödlicher Polizeischüsse ist 2025 gesunken, bleibt aber über dem Durchschnitt der Vorjahre - vor allem im Südwesten. Warum die GdP mehr Taser fordert und was die Argumente dagegen sind.

