7. September 2026 / Aus aller Welt

Hitzewellen und Brände verschärfen Luftverschmutzung

Toxischer Rauch, steigende Ozonwerte: Hitzewellen und Brände sind ein Problem für die Luftqualität – auch fern der Brandherde.

Brandpartikel können sich über tausende Kilometer verbreiten (Archivbild)
Veröffentlicht am 7. September 2026 um 06:00 Uhr

Hitzewellen und Waldbrände erschweren nach einem Bericht der Weltwetterorganisation (WMO) den Kampf um saubere Luft – auch in Europa. 

Steigende Temperaturen begünstigten nicht nur extreme Brände, deren toxischer Rauch besonders belastende Feinpartikel enthält, heißt es darin. Sie förderten auch die Bildung von bodennahem Ozon – einem Reizgas, das Atemwege, Landwirtschaft und Ökosysteme schädigt. 

Die WMO veröffentlichte ihren jährlichen Bericht zu Klima und Luftqualität zum internationalen Tag der sauberen Luft (7. September).

Zahl extremer Brandereignisse verdreifacht

Zwar hätten strengere Regeln in Europa und Nordamerika Emissionen aus Industrie und Verkehr in den vergangenen Jahren gesenkt. Gleichzeitig nehme jedoch die Belastung durch Feinstaub (PM2,5) zu, der bei Bränden entsteht.

Die WMO zitiert eine Studie, wonach sich die Zahl extremer Brandereignisse weltweit seit den 1990er Jahren verdreifacht hat. Das habe nach Schätzungen zwischen 2010 und 2018 zu fast 100.000 zusätzlichen Todesfällen beigetragen. 

Die winzigen Partikel können tief in die Lunge und den Blutkreislauf gelangen. Dadurch steigt unter anderem das Risiko für Herzinfarkte, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfälle und Lungenembolien.

Das Ozon-Problem

Hinzu kommt Ozon: Hohe Temperaturen, stabile Wetterlagen und intensive Sonneneinstrahlung – typische Bedingungen während Hitzewellen – lassen die Ozonwerte am Boden ansteigen. Langfristige Ozonbelastung wird mit einer höheren Sterblichkeit vor allem durch Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht. Auch die erhöhte Belastung durch Ozonverschmutzung könnte zu Zehntausenden zusätzlichen vorzeitigen Todesfällen führen.


Bildnachweis: © Bruno Fonseca/AP
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