19. August 2026 / Aus aller Welt

Giftpilz-Mörderin in Australien legt Berufung ein

Nach einem Mittagessen sterben im Süden Australiens drei Menschen an den Folgen einer Vergiftung. Die Gastgeberin wird wegen Mordes verurteilt. Jetzt wird der Fall erneut verhandelt.

Im Fall einer wegen dreifachen Mordes mit Giftpilzen zu lebenslanger Haft verurteilten Frau hat in Australien die Berufungsverhandlung begonnen. Die Anwälte (Bild) beanstanden Verfahrensfeh...
Veröffentlicht am 19. August 2026 um 13:02 Uhr

Im Fall einer wegen dreifachen Mordes mit Giftpilzen zu lebenslanger Haft verurteilten Frau hat in Australien die Berufungsverhandlung begonnen. Die Anwälte der 51-jährigen Erin Patterson fochten am Mittwoch die im vergangenen Jahr verhängten Schuldsprüche an und begründeten dies unter anderem mit möglichen Verfahrensfehlern, wie mehrere australische Medien berichteten. 

Was war passiert? 

Der Fall hatte weltweit Aufsehen erregt. Im Juli 2023 hatte Patterson ihre Ex-Schwiegereltern und ein befreundetes Ehepaar zum Mittagessen eingeladen. Auf den Tisch kam Beef Wellington, also Rinderfilet im Blätterteig - verfeinert mit Pilzen. Drei der Gäste starben kurze Zeit später an den Folgen einer Vergiftung mit hochgiftigen Knollenblätterpilzen, ein mit am Tisch sitzender Pastor, Ian Wilkinson, überlebte schwer erkrankt. 

Besonders verwunderte, dass Patterson selbst ihr Essen überlebte. Zwar ließ sie sich wegen Magenschmerzen und Durchfalls im Krankenhaus behandeln, entließ sich aber am Ende gegen ärztlichen Rat selbst. Patterson bestritt stets, die Pilze absichtlich verarbeitet zu haben, doch eine Jury befand sie im Juli 2025 einstimmig für schuldig. Das Urteil umfasst drei lebenslange Haftstrafen wegen Mordes sowie 25 Jahre für den versuchten Mord. Diese verbüßt sie gleichzeitig. Erst nach 33 Jahren kann sie einen Antrag auf Bewährung stellen. 

Verteidigung beanstandet Unterbringung der Geschworenen 

Die 51-jährige Mutter von zwei Kindern verfolgte die Anhörung in Melbourne am Mittwoch den Berichten zufolge per Videoübertragung aus dem Gefängnis. Ihre Anwälte kritisierten demnach unter anderem, dass die Geschworenen während ihrer Beratungen im selben Hotel untergebracht waren wie leitende Ermittler und Mitglieder der Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft wies dies zurück. Die Geschworenen seien stets unter Aufsicht gewesen und es habe keine unzulässigen Kommunikationsversuche gegeben. 

Die Anhörung wird am Donnerstag fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft versucht den Berichten zufolge, selbst das Urteil anzufechten und die Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung zu streichen. Eine Entscheidung über die Berufungen könne erst in einigen Wochen oder Monaten fallen, hieß es.


Bildnachweis: © Joel Carrett/AAP/dpa
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