4. März 2026 / Aus aller Welt

Georgia: Vater von US-Todesschütze wegen Mordes verurteilt

Die Waffe war sein Weihnachtsgeschenk: In Georgia wird ein Vater für die tödlichen Schüsse seines Sohnes an einer Schule verurteilt. Was das Urteil so besonders macht.

Ein 14-Jähriger tötete an einer Schule in Georgia 2024 mehrere Menschen. Nun ist sein Vater wegen Mordes verurteilt worden. (Archivbild)
Veröffentlicht am 4. März 2026 um 10:37 Uhr

In den USA ist ein Elternteil eines minderjährigen Schusswaffenangreifers wegen Mordes verurteilt worden. Die Jury des Gerichts vom Barrow County im Bundesstaat Georgia erklärte den Vater des Jugendlichen, der im September 2024 vier Menschen an einer Schule tötete, am Dienstag (Ortszeit) in 29 Anklagepunkten für schuldig. 

Die Strafe für die Verbrechen summiert sich laut US-Medien auf 180 Jahre Haft. Das zumeist separat verkündete Strafmaß stand noch nicht fest - lebenslänglich dürfte aber gesetzt sein.

Laut der US-Zeitung «Washington Post» wurde damit erstmals USA-weit der Elternteil eines minderjährigen Schul-Schusswaffentäters wegen «second degree murder», Mord zweiten Grades, verurteilt. Bei diesem Tatbestand muss erwiesen sein, dass ein Tod durch rücksichtsloses und böswilliges Verhalten und Missachtung von menschlichem Leben herbeigeführt wurde. Dem 55-Jährigen wurde zur Last gelegt, seinem Sohn den Besitz der Tatwaffe erlaubt zu haben, obwohl er gewusst habe, dass dieser eine Bedrohung für sich und andere darstelle. 

Der Vater müsse dafür zur Verantwortung gezogen werden, dass er die von ihm angeschaffte Waffe nicht sicher verwahrt habe, hatte die Anklage laut der Zeitung argumentiert. Gleichzeitig habe er eindeutige Anzeichen für die sich verschlechternde mentale Gesundheit seines Sohnes ignoriert. 

Waffe als Weihnachtsgeschenk

Die Waffe, ein Sturmgewehr, soll der Vater dem Sohn Ermittlern zufolge zu Weihnachten geschenkt haben. Vor der Tat habe es zudem Drohungen und Fotos von Waffen im Internet gegeben, die auf einen möglichen Angriff hingewiesen hätten.

Der damals 14-Jährige hatte 2024 in der Stadt Winder das Feuer an seiner eigenen Schule eröffnet und dabei zwei gleichaltrige Schüler und zwei Lehrkräfte getötet. Ein Schulpolizist stellte den Schützen. Auch dem Jugendlichen steht unter anderem für den Vorwurf des vierfachen Mordes lebenslange Haft in Aussicht – sein Prozess läuft noch. 

Wegen persönlicher Schuld am Schusswaffenangriff ihres Kindes verurteilt wurden bereits im April 2024 Vater und Mutter eines Teenagers, der in Michigan vier Schüler getötet hatte. Damals erging das Urteil lediglich wegen fahrlässiger Tötung. Sie erhielten Haftstrafen von jeweils 10 bis 15 Jahren.


Bildnachweis: © Brynn Anderson/POOL AP/AP/dpa
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