2. Mai 2025 / Aus aller Welt

DLRG: Jede Grundschule braucht Schwimmbad in der Nähe

Hunderte Menschen sind im vergangenen Jahr in Deutschland ertrunken. Die DLRG ist besorgt und hat konkrete Forderungen.

Die DLRG fordert mehr Schwimmbäder in Deutschland. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 2. Mai 2025 um 10:59 Uhr

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) fordert mehr Schwimmbäder in Deutschland, um flächendeckend das Schwimmenlernen zu ermöglichen. «Wir haben viele Flecken, gerade im ländlichen Raum, wo es überhaupt gar kein Schwimmbad gibt», sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt dem Bayerischen Rundfunk. «Die Forderung ist, dass wir in jeder Grundschule in erreichbarer Nähe künftig wieder ein Bad brauchen.» 

Sie kritisierte demnach, dass die Kommunen bei der Unterhaltung von Bädern oft alleine gelassen würden. «Deshalb braucht man regionale Schwimmzentren, wo auch mehrere Kommunen sich beteiligen und die Länder mit an den Tisch kommen.» Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft wies in einer Statistik von 2022 bundesweit 863 Schulbäder aus. Der «Bäderatlas» der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen listet mehr als 6.000 Hallen- und Freibäder auf.

Wie steht es um die Bäder in Deutschland?

Die DLRG hatte zu Jahresbeginn fehlende Investitionen beklagt. Ohne umfassende Sanierungen drohe in den kommenden drei Jahren möglicherweise jedes siebte öffentliche Schwimmbad zu schließen. Die neue Bundesregierung will mindestens eine Milliarde Euro für die Modernisierung und Sanierung von Sportstätten bereitstellen. Das könne aber nur ein Anfang sein, sagte Vogt. 

Im vergangenen Jahr waren bundesweit mindestens 411 Menschen in deutschen Gewässern ertrunken. «Schwimmlernen bedeutet vor allem Überleben», sagte die DLRG-Präsidentin. Wasser habe eine magische Anziehungskraft auf Kinder. 

Die DLRG ist nach eigenen Angaben die größte Wasserrettungsorganisation der Welt - und die Nummer Eins in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung in Deutschland. Die Lebensretter zählen über 600.000 Mitglieder.


Bildnachweis: © Hauke-Christian Dittrich/dpa
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