Auch vier Tage nach dem Cyberangriff wartet der Berliner Flughafen weiterhin auf die Wiederherstellung der Computersysteme zur Passagierabfertigung. Man stehe in engem Kontakt zu der IT-Firma Collins Aerospace in den USA, die attackiert wurde, sagte ein Flughafensprecher. «Wir können nicht sagen, wie lange es noch dauern wird.» Etwas Zeit werde auch noch die Überprüfung der Programme in Anspruch nehmen. «Wir können die Systeme erst koppeln, wenn keine Zweifel daran bestehen, dass alle Probleme gelöst sind.» Weiterhin gab es am Flughafen Berlin-Brandenburg und einigen anderen europäischen Airports Probleme an den Check-in-Schaltern und bei der Gepäckannahme. Erneut kam es zu Verspätungen bei den Flügen, aber weniger als am stark frequentierten Montag. Dem Sprecher zufolge gab es auch «keine ungewöhnlichen Warteschlangen» mehr. Die große Abreisewelle am frühen Morgen sei gut bewältigt worden. Nur einzelne Flüge seien storniert worden, aber nicht mehr als an sonstigen Tagen üblich. Für den weiteren Verlauf des Tages zeigte der Sprecher sich zuversichtlich - auch, weil deutlich weniger Fluggäste erwartet werden als noch am Montag. «Gestern hatten wir 89.000 Passagiere, heute sind es 79.000.» Am Montag reisten viele Menschen nach dem Marathon aus Berlin ab. Dabei hatte es 17 stornierte Abflüge und 15 abgesagte Ankünfte gegeben. Die Fluglinien behelfen sich seit Tagen damit, dass sie das Einchecken der Passagiere zum Teil per Hand machen, zum Teil auch mit externer Technik. Der Sprecher betonte, dass die Fluggäste die Möglichkeiten zum Self-Check-in im Terminal nutzen sollten. Diese funktionierten problemlos, weil dafür ein anderes IT-System genutzt werde. Beim Gepäck hilft zusätzliches Personal. «Wir haben nun alle Kräfte zusammengezogen, um den Rückstau an Gepäck abzuarbeiten», sagte der Flughafensprecher. Auch die Flughafenfeuerwehr helfe dabei mit. Der IT-Dienstleister Collins Aerospace war am Freitagabend zum Ziel eines Cyberangriffs geworden. Der Hackerangriff legte die gemeinsamen elektronischen Systeme lahm, die über die Plattform des Anbieters liefen. Nach Angaben der EU-Cybersicherheitsagentur ENISA handelte es sich um einen Angriff mit sogenannter Ransomware, also Schadsoftware, die Daten und Systeme verschlüsselt und erst gegen Zahlung eines Lösegelds wieder freigibt. Wegen der Attacke meldeten vier europäische Flughäfen Probleme bei der Passagierabfertigung - neben Berlin waren dies Brüssel, Dublin und London Heathrow. Die anderen großen deutschen Flughäfen waren nicht betroffen. Vom Brüsseler Flughafen hieß es am Dienstag, mit mehr als 90 Prozent starte die überwiegende Mehrheit der geplanten Flüge planmäßig. Man arbeite weiterhin mit Alternativen für den Check-in. Noch gebe es weiter keine Anzeichen dafür, wann Collins Aerospace eine sichere Lösung für das Check-in-System anbieten könne, hieß es weiter. Der Londoner Flughafen Heathrow teilte mit, man arbeite weiter daran, die Auswirkungen zu beheben. Der größte Teil der Flüge sei aber durchgeführt worden. Passagiere wurden aufgefordert, den Status ihres Flugs vor der Anreise zu überprüfen.Auch Flughafenfeuerwehr arbeitet Gepäckrückstau auf
Angriff mit Schadsoftware
Flüge von Brüssel weitgehend nach Plan
Bildnachweis: © Michael Ukas/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Nach Cyberangriff: Berliner Airport wartet auf Normalbetrieb
Check-in von Hand und Feuerwehr im Gepäckbereich: Nach dem Cyberangriff bleibt am Berliner Flughafen vieles improvisiert. Wann läuft der Betrieb endlich wieder rund?
Meistgelesene Artikel
- 6. Januar 2026
Schnee in Bielefeld & Kreis Gütersloh: Wer räumen muss - und welches Streumittel erlaubt ist
Achtung Rutschgefahr in Ostwestfalen!
- 7. Januar 2026
Sturmtief Elli bringt noch mehr Schnee
Viel Neuschnee, Schneeverwehungen und Glatteis: Ein Sturmtief steuert auf Deutschland zu. Spannend - und turbulent - wird es ab der Nacht zum Freitag.
Neueste Artikel
- 15. Januar 2026
Nach Messerattacke in Ulm: Polizei sucht Motiv
Nach dem Messerangriff in einem Ulmer Einkaufszentrum bleibt das Motiv unklar. Ein 25-Jähriger kämpft weiter um sein Leben. Einen Tag nach der Tat meldet sich auch ein weiteres Opfer.
- 15. Januar 2026
Notlandung in Barcelona aus Sorge vor Bombe
Der Name eines Internet-Hotspots löst auf einem Flug von Istanbul nach Barcelona einen Bombenalarm aus. Die Maschine muss in Barcelona notlanden und wird von Spezialkräften durchsucht.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 15. Januar 2026
Nach Messerattacke in Ulm: Polizei sucht Motiv
Nach dem Messerangriff in einem Ulmer Einkaufszentrum bleibt das Motiv unklar. Ein 25-Jähriger kämpft weiter um sein Leben. Einen Tag nach der Tat meldet sich auch ein weiteres Opfer.
- 15. Januar 2026
Notlandung in Barcelona aus Sorge vor Bombe
Der Name eines Internet-Hotspots löst auf einem Flug von Istanbul nach Barcelona einen Bombenalarm aus. Die Maschine muss in Barcelona notlanden und wird von Spezialkräften durchsucht.

