10. Mai 2025 / Aus aller Welt

Brand in Chlorlager: 150.000 Spanier durften nicht ins Freie

Frühmorgens bricht ein Feuer in einer Lagerhalle südwestlich von Barcelona aus. Zehntausende Bewohner der Region werden aus dem Schlaf gerissen. Auf ihrem Handy ist eine beunruhigende Nachricht.

Bei einem Feuer in einer Lagerhalle in Spanien für Chlor ist eine giftige Wolke freigesetzt worden.
Veröffentlicht am 10. Mai 2025 um 14:31 Uhr

Bei dem Brand einer Lagerhalle in Spanien mit großen Mengen an Chemikalien für die Reinigung von Schwimmbädern ist eine giftige Chlorwolke ausgetreten. Rund 150.000 Menschen in der Stadt Vilanova i la Geltrú und vier umliegenden Gemeinden südwestlich von Barcelona erhielten am frühen Morgen eine Alarmnachricht des Zivilschutzes auf ihre Handys. Wegen der ätzenden Dämpfe sollten sie auf keinen Fall das Haus verlassen und Türen und Fenster geschlossen halten, lautete die dringende Anweisung. 

Auf Videos im Internet war zu sehen, wie sich eine riesige hellgraue Wolke über dicht besiedeltes Gebiet legte. Zwei Fernstraßen wurden gesperrt und der Zugverkehr in der Region eingestellt. Auch Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Erst nach Stunden durften die Menschen wieder ins Freie, wurden aber gewarnt, weiterhin vorsichtig zu sein, vor allem gefährdete Personen wie Menschen in hohem Alter oder mit Vorerkrankungen.

In der Halle eines Unternehmens für die Wartung von Schwimmbändern waren nach Angaben der Feuerwehr bis zu 70 Tonnen Chlor in Brand geraten. Dabei entsteht unter anderem Chlorgas, das mit Wasser auf den Schleimhäuten von Augen, Nase, Rachen und Lunge Salzsäure bildet und das empfindliche Gewebe verätzt. 

Was den Brand, den die Feuerwehr nach eigenen Angaben inzwischen unter Kontrolle brachte, kurz nach 2.00 Uhr morgens auslöste, war zunächst unbekannt.


Bildnachweis: © Kike Rincón/EUROPA PRESS/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Neueste Artikel

Bis nach Mitternacht am Draht: erstes Ferngespräch
Aus aller Welt

Vor 150 Jahren blieb Thomas Watsons Telefon zunächst stumm. Dann meldete sich Bell mit «Ahoi!» - und die beiden redeten bis weit nach Mitternacht. Ihre Vermieterin war wenig begeistert.

weiterlesen...
Erste Hinrichtung in den USA seit gescheiterter Exekution
Aus aller Welt

Christa Pike sollte vergangene Woche in Tennessee hingerichtet werden, doch überlebte. Nun gab es in Texas erstmals seit dem Vorfall wieder eine Exekution.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Bis nach Mitternacht am Draht: erstes Ferngespräch
Aus aller Welt

Vor 150 Jahren blieb Thomas Watsons Telefon zunächst stumm. Dann meldete sich Bell mit «Ahoi!» - und die beiden redeten bis weit nach Mitternacht. Ihre Vermieterin war wenig begeistert.

weiterlesen...
Erste Hinrichtung in den USA seit gescheiterter Exekution
Aus aller Welt

Christa Pike sollte vergangene Woche in Tennessee hingerichtet werden, doch überlebte. Nun gab es in Texas erstmals seit dem Vorfall wieder eine Exekution.

weiterlesen...