6. Juni 2025 / Aus aller Welt

Bergsturz in Blatten: Wohl Schäden von Hunderten Millionen

Das Schweizer Dorf ist großteils begraben unter einer mächtigen Geröllschicht. Die Regierung überlegt, den geflohenen Bürgern des Dorfes ihre Heimat wiederzugeben - an einem anderen Ort.

Die Schäden durch die Katastrophe in Blatten schätzt die Schweizer Regierung auf mehrere Hundert Millionen Franken.
Veröffentlicht am 6. Juni 2025 um 15:37 Uhr

Die Schäden nach dem verheerenden Gletscherabbruch, der das Schweizer Dorf Blatten unter sich begraben hat, könnten sich nach Einschätzung der Regierung auf mehrere Hundert Millionen Franken belaufen. In einem ersten Schritt werde die Regierung per eigens zu schaffendem Gesetz fünf Millionen Franken (5,3 Millionen Euro) als Soforthilfe zur Verfügung stellen, sagte die Schweizer Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter. Das Kanton Wallis gibt zehn Millionen Franken als Soforthilfe.

«Für die Menschen ist die Situation, die ihr Hab und Gut verloren haben, unerträglich», sagte Umweltminister Albert Rösti. Sie bräuchten moralische und finanzielle Unterstützung. Landwirte hätten ihre Höfe und Nutzflächen verloren, Unternehmer ihre Hotels, Angestellte ihre Arbeitsplätze. Es sei weiter unklar, ob und wann der Berg erneut ins Rutschen komme, so Rösti. 

Mittel für Neuaufbau des Dorfes an anderer Stelle 

Ende Mai hatte sich eine gigantische Eis-, Fels- und Schuttlawine ins Tal gewälzt. Die 300 Bewohner Blattens waren vorher bereits vorsorglich evakuiert worden. Ein 64-jähriger Schäfer, der sich zum Zeitpunkt des Unglücks wohl in einem Stall wenig außerhalb des Sperrgebiets aufgehalten hatte, wird allerdings weiter vermisst. Der Schuttkegel auf dem Dorf ist teils rund 100 Meter mächtig. 

Es gebe Überlegungen, das Dorf an anderer, sicherer Stelle wieder aufzubauen, sagte Rösti. Die Entscheidung über einen möglichen Neustart sei anspruchsvoll. «Wir wollen den Menschen im Lötschental eine Zukunft geben. Eine Entsiedelung der Täler ist für uns keine Option», so der Umweltminister weiter. Das verschüttete Blatten könne den Menschen nicht zurückgegeben werden. «Das hat der Berg verschlungen», sagte Rösti. Ob die Menschen einen neuen Standort akzeptierten, sei dann ihre Entscheidung.


Bildnachweis: © Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa
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