28. Mai 2025 / Aus aller Welt

Anklage gegen Tate-Brüder wegen Vergewaltigung

Sie gelten als Schlüsselfiguren der frauenverachtenden «Manosphere» im Internet: Die britische Staatsanwaltschaft teilt erstmals ausführlicher mit, warum sie gegen die Brüder Anklage erhebt.

Andrew Tate (links) schaut zu seinem Bruder Tristan Tate, der am 21. Mai vor einer Polizeistation in Voluntari in Rumänien redete.
Veröffentlicht am 28. Mai 2025 um 21:54 Uhr

Britische Staatsanwälte haben erstmals bestätigt, 21 Anklagepunkte gegen die als Frauenhass-Influencer bekannten Tate-Brüder zugelassen zu haben. Es sei Anklage gegen Andrew und Tristan Tate wegen Straftaten wie Vergewaltigung, Menschenhandel und Körperverletzung an drei Frauen erhoben haben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft erklärte am Mittwoch außerdem, sie habe die Anklage gegen die Brüder zugelassen, bevor 2024 ein Auslieferungsbefehl zu ihrer Rückführung aus Rumänien erlassen worden sei. Die Brüder bestreiten von jeher jegliche Vorwürfe.

Die Tate-Brüder wurden in den USA geboren, zogen aber nach der Scheidung ihrer Eltern mit ihrer Mutter nach Luton nördlich von London. Sie haben die US-Staatsbürgerschaft und die britische Staatsangehörigkeit. Sie haben heute ihren Lebensmittelpunkt in Rumänien.

Zehn Anklagepunkte gegen Andrew Tate, elf gegen Tristan

Andrew Tate (38) wird in zehn Anklagepunkten angeklagt, darunter Vergewaltigung, Körperverletzung, Menschenhandel und Kontrolle der Prostitution gegen Entgelt im Zusammenhang mit drei mutmaßlichen Opfern. 

Tristan Tate (36) wird in elf Anklagepunkten angeklagt, darunter Vergewaltigung, Körperverletzung und Menschenhandel gegen ein mutmaßliches Opfer. 

Die Polizei der englischen Grafschaft Bedfordshire hat einen internationalen Haftbefehl gegen die Geschwister erlassen. Die Vorwürfe reichen zurück bis in die Jahre 2012 bis 2015. 

In Rumänien werden die berüchtigten Brüder bereits wegen des Vorwurfs des Menschenhandels mit Minderjährigen, des Geschlechtsverkehrs mit Minderjährigen und der Geldwäsche strafrechtlich verfolgt.

Andrew Tate, ein ehemaliger Kickboxer, erreichte mit frauenverachtenden Aussagen in sozialen Netzwerken Millionen Jugendliche und junge Männer. Sein Bruder Tristan assistierte ihm dabei. 

Die Brüder gelten als Helden der sogenannten Manosphere, einer Online-Realität mit frauenverachtenden Kerlen, die zerstörerische Männerbilder verbreiten und Jugendliche radikalisieren. 

Mehr als 30 mutmaßliche Opfer in Rumänien

Wegen wiederholter frauenfeindlicher Äußerungen wurde Andrew Tate einst aus Netzwerken wie Instagram verbannt. Beim Onlinedienst X (früher Twitter) hat er aber zum Beispiel derzeit nach wie vor fast elf Millionen Follower.

Die Staatsanwaltschaft in Rumänien wirft den beiden vor, Frauen in die Produktion kommerzieller Sex-Videos gedrängt zu haben. Die Ermittlungen führten zur Identifikation von mindestens 34 mutmaßlichen Opfern, darunter eine 15-Jährige. Die beiden Brüder weisen auch der rumänischen Justiz gegenüber alle Vorwürfe zurück.


Bildnachweis: © Vadim Ghirda/AP/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Aus aller Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...

Neueste Artikel

Langzeitstudie: Ton im Straßenverkehr wird immer rauer
Aus aller Welt

Die Aggressivität im Straßenverkehr nimmt einer Umfrage zufolge zu - nicht nur unter Autofahrern.

weiterlesen...
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Aus aller Welt

Das Feuer aus Belgien rückt nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber dennoch weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Langzeitstudie: Ton im Straßenverkehr wird immer rauer
Aus aller Welt

Die Aggressivität im Straßenverkehr nimmt einer Umfrage zufolge zu - nicht nur unter Autofahrern.

weiterlesen...
Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW
Aus aller Welt

Das Feuer aus Belgien rückt nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von Normalität ist man aber dennoch weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.

weiterlesen...