29. Oktober 2023 / Allgemeines

Deutsches RegioPole-Netzwerk

Stärken promoten, um Förderung kämpfen

Seit dem 16. März 2016 ist Bielefeld als Gründungsmitglied Teil des Deutschen RegioPole-Netzwerkes, deren Vorsitz aktuell die Stadt Würzburg innehat. Am 19.09.2023 fand in Berlin ein von der Stadt Würzburg organisierter Parlamentarischer Abend statt, bei dem zahlreiche Abgeordnete aller großen Fraktionen anwesend waren.

„Im Verbund der Regiopolen und Regiopolregionen wollen wir in Abgrenzung zu den großen Metropolregionen unsere regionalen Stärken ‚promoten‘ und im Schulterschluss beispielsweise für eine angemessene und faire Berücksichtigung bei der Förderung wichtiger Vorhaben in unserem jeweiligen Wirkungskreis kämpfen,“ sagt Christian Schuchardt, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg und Vorsitzender des RegioPole-Netzwerks 
      
An diesem Abend standen die Vorstellung und Ziele des Deutschen RegioPole- Netzwerks und die Diskussion mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Elisabeth Kaiser, sowie Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Verbänden, Forschungseinrichtungen und Vertretern des Deutschen Städtetages im Vordergrund. Bei der Diskussion wurden die Interessen der Regiopolen, deren Bedeutung und Funktion in Deutschland für gleichwertige Lebensbedingungen und als Motoren regionaler Entwicklung hervorgehoben, formuliert und mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in einer lebhaften Podiumsdiskussion debattiert. Dabei wurde auch erörtert, dass die regionale Zusammenarbeit und Vernetzung einen Beitrag zur Entlastung der Zentren leisten könne sowie in diesem Zusammenhang auch die verkehrlichen Verknüpfungen des Stadt-Umland-Bereichs im Bereich des ÖPNV verbessert werden könnten. 

Einigkeit bestand darin, dass neue Allianzen und Kooperationen zwischen Regiopolen und ihrem regiopolitanem Umland auf politischer Ebene etabliert werden müssen, um die Ziele des Netzwerks umzusetzen. Dafür bedarf es allerdings der raumplanerischen Anerkennung des Bundes und der Länder sowie darauf aufbauend einer entsprechenden Förderkulisse.

„Städte und Regionen stehen vor dynamischen Herausforderungen wie der Klimaanpassung, dem demografischen Wandel und der Energiewende. Hier kommen die Regiopolen ins Spiel - sie sind die treibende Kraft für Wachstum und Innovation und spielen eine entscheidende Rolle in der Daseinsvorsorge,“ so Elisabeth Kaiser, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen

„Die Partnerkommunen, der sich um Bielefeld zusammengeschlossenen Regiopolregion dokumentieren, dass sie ihren Verflechtungsraum als Wachstumskern stärken wollen. Sie streben eine lebenswerte Stadt-Umland-Region an und wollen damit auf Dauer eine verbesserte Wettbewerbssituation erreichen. Im regionalen Kontext sollen Aufgaben, die als interkommunale Kooperation besser oder wirtschaftlicher zu lösen sind, identifiziert und an der Lebenswirklichkeit der Bevölkerung ausgerichtet und über administrative Grenzen hinweg umgesetzt werden. Die dauerhafte Sicherung der Daseinsvorsorge ist dabei die treibende Kraft“, so Oberbürgermeister Clausen. 

Zuvor haben die Oberbürgermeister und Bürgermeister des Deutschen RegioPole-Netzwerks im Rahmen ihres Lenkungsausschusses eine Interkommunale Vereinbarung beschlossen und unterzeichnet sowie einem das gemeinsame Selbstverständnis wiedergebenden Positionspapier zugestimmt, zu dem maßgeblich Herr Prof. Dr. Jürgen Aring als Impulsgeber des Regiopolen-Konzepts beigetragen hat. Auf der Agenda standen zudem weitere Themen, wie Netzwerkerweiterung, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit und eine mögliche Aufnahme der Stadt Aachen in das Netzwerk.

Gerade vor dem Hintergrund der zukünftigen ökonomischen, ökologischen und demographischen Entwicklungen und im Hinblick auf die Wechselwirkungen mit ihrem Umland kommt den Regiopolen in der Raumentwicklungspolitik des Bundes und der Länder heute und in der Zukunft eine bedeutende Rolle zu. So leisten sie als Innovations- und Wachstumsmotoren einen essentiellen Beitrag zur Daseinsvorsorge in ihren jeweiligen Regionen und stärken damit die regionale Resilienz. Deshalb sollten Regiopolen auch als zusätzliche Raumkategorie im Rahmen der Bundesraumordnungspolitik sowie der Landesplanungen noch stärker als bisher verankert werden. 
Das Positionspapier des RegioPole-Netzwerks finden Sie unter folgendem Link: https://www.bielefeld.de/regiopolregion

Das deutsche RegioPole-Netzwerk besteht seit 2016 als Verbund von deutschen Regiopolen, das heißt Oberzentren von herausgehobener Bedeutung, die beabsichtigen, ihre Funktion als Motoren gesellschaftlicher, kultureller, ökonomischer und technologischer Entwicklungen besser sichtbar zu machen. Das Netzwerk versteht sich deshalb als strategische Partnerschaft und bildet die Plattform für Regiopolen in Deutschland. Mitglieder sind bislang die Städte Bielefeld, Erfurt, Koblenz, Paderborn, Rostock, Siegen, Trier und Würzburg.
 
 
v.l. OB Christian Schuchardt mit Elisabeth Kaiser, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Pit Clausen, OB der Stadt Bielefeld und Prof. Dr. Jürgen Aring. Foto: Alia Gurski

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