17. Juni 2024 / Allgemeines

Aktuelle Lage der Bielefelder Wirtschaft

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Einmal im Jahr veröffentlicht die Wirtschaftsförderung WEGE die wichtigsten Kennzahlen zur Wirtschaftsentwicklung in Bielefeld. Die Ergebnisse für das Jahr 2023 im Überblick:

Wie auch die beiden Vorjahre war 2023 weiterhin von erheblichen Herausforderungen für die Wirtschaft geprägt: Geopolitische Spannungen und Kriege, höhere Energiepreise, unterbrochene Lieferketten und der zunehmende Fachkräftemangel zeigten ihre Wirkungen. Dennoch konnte die Bielefelder Wirtschaft erneut ihre hohe Innovationsfähigkeit und Widerstandskraft unter Beweis stellen. 

Dieses ist im Wesentlichen auf den überwiegend krisenfesten und gesunden Branchenmix mit einem weiterhin wachsenden Dienstleistungs- und Handelssektor zurückzuführen. Auch gelingt es den stark exportorientierten Unternehmen des Produktionssektors ihren Anteil von rund zwanzig Prozent an der Gesamtbeschäftigung zu erhalten.

Beschäftigungsentwicklung in Bielefeld
Sowohl in Pandemiezeiten als auch in den Jahren 2022 und 2023 verzeichnet Bielefeld eine positive Beschäftigungsentwicklung. Zum Stichtag 30. Juni 2023 erreicht der Arbeitsmarkt erneut einen Rekordwert. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist um 1,3 Prozent von 167.019 Erwerbspersonen auf 169.210 gewachsen. Ein Plus von insgesamt 2.191 in äußerst schwierigen wirtschaftlichen Zeiten. Im Zehnjahresvergleich sind 28.459 Erwerbstätige hinzugekommen, eine Steigerung von 19,9 Prozent. Der Zuwachs in Bielefeld liegt damit deutlich über dem OWL-, Landes- und Bundesdurchschnitt. Unter den kreisfreien Städten in NRW belegt Bielefeld nach Dortmund (Zuwachs 23,9 Prozent), Münster (22,1 Prozent), Düsseldorf (20,1 Prozent) den vierten Platz in der Rangfolge der Städte mit den höchsten Beschäftigungszuwächsen im Verlauf der letzten 10 Jahre.

Bielefeld wächst entsprechend als Arbeitsort für 77.699 einpendelnde Beschäftigte. Diesen stehen 43.727 Auspendler gegenüber. Der positive Saldo von Aus- und Einpendlern liegt folglich bei 33.972 Menschen. Das sind im Saldo 728 mehr als in 2022.

Beschäftigungsentwicklung in den einzelnen Dienstleistungssektoren
In den letzten zehn Jahren (2014 bis 2023) erfolgte der Zuwachs an Beschäftigung sehr stark im Dienstleistungssektor (einschließlich Handel). Die Zuwächse erfolgten in folgenden Teilsektoren:

Sehr dominant und überdurchschnittlich (im Vergleich zur Bundes-, Landes- und OWL-Ebene) vollzog sich der Beschäftigungsanstieg im Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen und zwar um 35 Prozent. Diese Branche bietet nominal die meisten Arbeitsplätze mit 25.172 Beschäftigten. Am stärksten vertreten sind die Sektoren Arbeitnehmerüberlassung und unternehmensnahe Dienstleistungen, darunter insbesondere die Unternehmensberatung, Architektur- und Ingenieurbüros sowie die Gebäudebetreuung. 

Der Handelssektor, darunter der Groß- und Einzelhandel mit 23.506 Beschäftigten, steigerte die Beschäftigung um 6,7 Prozent, verblieb damit aber unter den Zuwächsen auf Bundes-, Landes und OWL-Ebene.

Für den Arbeits- und Wirtschaftsstandort Bielefeld überdurchschnittlich prägend sind weiterhin die personenbezogenen Dienstleistungen mit dem Sozialwesen und einem Zuwachs um 21,9 Prozent (auf aktuell 20.911 Erwerbspersonen) und dem Gesundheitswesen mit einem Zuwachs um 36,5 Prozent auf 16.133 Erwerbspersonen. 

Der Bereich Verwaltung, Bildung und Erziehung erreichte eine Steigerung um insgesamt 25 Prozent auf 17.512 Personen.

Überdurchschnittlichen Zuwachs mit 36,4 Prozent verzeichnete der Logistiksektor mit nun 9.242 Erwerbspersonen. 

Der Wirtschaftszweig Information und Kommunikation wuchs um 41 Prozent auf insgesamt 7.292 Erwerbstätige und zwar vor allem in der Sparte Dienstleistungen der Informationstechnologie mit aktuell 5.386 Fachkräften.

Das Gastgewerbe erzielte in 2023 erstmals wieder das Vor-Corona-Niveau mit 4.336 Beschäftigten. Hier stieg die Beschäftigung von 2022 nach 2023 um 4,5 Prozent, während sie im Zehnjahreszeitraum mit 11,3 Prozent nur unterdurchschnittlich zugelegt hatte. 

Beschäftigung im produzierenden Gewerbe
Im produzierenden Gewerbe ist der größte Wirtschaftszweig die Metall-, Elektro-, Maschinenbau-, Fahrzeugbau- und Reparaturbranche mit aktuell 16.838 Erwerbspersonen und einem Zuwachs in den letzten zehn Jahren um 5,7 Prozent.

Deutlich überdurchschnittlich im Vergleich zum Bund, Land und zu OWL ist vor allem der Bausektor gewachsen mit einem Plus von 42,5 Prozent auf insgesamt 6.948 Personen. Und auch die Chemie-, Pharma- und Kunststoffbranche legte mit 22,8 Prozent überdurchschnittlich zu auf insgesamt 2.550 Beschäftigte. 

Höheres BIP und mehr Neugründungen in Bielefeld
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP pro Kopf der Erwerbspersonen) liegt in Bielefeld seit je her unter dem Vergleichsniveau von Bund, Land und OWL. Allerdings konnte sich die Zuwachsrate stetig steigern. Von 2020 nach 2021 (aktuellste Zahl) stieg das BIP um 4 Prozent. Auch im Zeitraum 2014 bis 2021 fiel das Aufkommen mit 21,3 Prozent höher aus als auf Landes- und OWL-Ebene.

Das verfügbare Einkommen pro Einwohnerin oder Einwohner, ein wichtiger Indikator für die Kaufkraft, beträgt 23.045 Euro und liegt damit in 2022 (aktuellste Zahl) unter dem als Bundes-, Landes- und OWL-Durchschnitt. Im Vergleich fällt auch die Zuwachsrate seit 2014 mit 11,5 Prozent niedriger aus. 

Das Gründungsgeschehen, hier beschrieben mit dem Verhältnis von Neugründungen zur Summe aus Neugründungen und Betriebsaufgaben, entwickelt sich seit 2017 positiv. 

Auch das gewerbliche Steueraufkommen korrespondiert mit dem erfolgreichen Wirtschaften der Bielefelder Unternehmen trotz herausfordernder Zeiten. So steigerte sich das Gewerbesteueraufkommen in 2023 auf den höchsten absoluten Wert von 305,7 Millionen Euro. In 2022 wurden 302,3 Millionen Euro und in 2022 247 Millionen Euro erzielt. Im Standortranking Deutschland mit den Top-10.000-Mittelständlern rangiert Bielefeld stabil auf Platz 9 mit den meisten mittelständischen Unternehmen. 

Wirtschaftsentwicklung digital
Die Wirtschaftsentwicklung ist auch online in Form eines digitalen Boards auf der WEGE-Website unter www.datacharts.de/regioboard-bielefeld abrufbar. Die Informationen können dort im zeitlichen Verlauf und im Vergleich mit anderen kreisfreien Städten in NRW sowie mit Durchschnittswerten auf Bundes-, Landes- und OWL-Ebene verglichen werden. 
 
 

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